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Motorsport Engineering Jaguar und Audi steigen in die Formel E ein

| Redakteur: Wolfgang Sievernich

Die beiden Premiumhersteller wollen mit eigenen Werksteams die technische Entwicklung der Serienprodukte künftiger Elektrofahrzeuge vorantreiben.

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Jaguar steigt als Werksteam in die Formel E ein. Ein Jahr später folgt Audi.
Jaguar steigt als Werksteam in die Formel E ein. Ein Jahr später folgt Audi.
(Bild: Jaguar)

Die Formel E-Rennserie wird verstärkt für die Automobilhersteller interessant. Nach den Werksteams von Citroen/DS und Renault kommen 2017 auch Jaguar und 2018 Audi offiziell an Bord der elektrischen Rennserie. Mit dem Jaguar I-Type 1 starten die Engländer schon am 9. Oktober in die nächste Saison, während Audi offiziell als Werksteam erst 2017/2018 kommt. Bis dahin ist man aber bereits prominent im Abt Schaeffler-Fahrzeug mit Technik und als Partner beteiligt.

Jaguar nutzt Motorsport für Serie

Jaguar war schon in der Vergangenheit im Rennsport erfolgreich präsent. Legendär die Gruppe C-Sportwagen in Le Mans, spektakulär die Rennen mit dem Sportwagen XJS. Weniger ruhmreich dagegen der Versuch als Nachfolgeteam von Ford in der Formel 1 Fuß zu fassen. Doch jetzt will Jaguar in der Formel E an alte Siege anknüpfen und die technischen Experimente im Motorsport für die Serienentwicklung nutzen. Der neue Hauptsponsor ist der japanische Elektronikriese Panasonic. Das Unternehmen sieht in dem Engagement mit Jaguar einen entscheidenden Vorteil sich mit den Rennen inmitten der internationalen Großstädte einer neuen Zielgruppe vorstellen zu können: Junge Menschen die Rennsport ohne Abgas und Geräusche genießen. Hier ist ein Wertewandel zu beobachten. Zudem sieht auch Panasonic die automobile Zukunft im Elektrofahrzeug.

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Audi erst 2017/2018 dabei

Ein Jahr noch dauert es dagegen bei Audi, bis die Ingolstädter als Werksteam in die Formel E einsteigen. In der Saison 2017/2018 steigt Audis Sportabteilung mit vollem Werkeinsatz in enger Zusammenarbeit mit Technologie-Partner Schaeffler schrittweise in die Entwicklung ein. Der deutsche OEM ist schon seit 2014 – der ersten Saison der Serie – in der Formel E im Abt Schaeffler-Rennwagen aktiv. In der kommenden Saison verstärkt Audi seine finanzielle und technische Unterstützung des Teams und bereitet sich damit intensiv auf den eigenen Einstieg vor.

Dienstleister treten in die zweite Reihe

Auch wenn die Rennserie aufgrund fehlendem Sound nebst Abgasen nicht jedermanns Geschmack trifft, so erfährt sie in der Automobil Industrie vermehrt Bedeutung. Schaeffler nutzt die Serie als externes Testfeld für künftige Serienentwicklungen. So experimentiert man hier unter extremen Bedingungen am optimalen Getriebe für Elektrofahrzeuge. Von den kurzen Innovationszyklen im Motorsport wollen auch Jaguar und Audi profitieren, um bei künftigen Neuentwicklungen für die Straße die Nase vorne zu haben.

Langsam aber sicher zurückgedrängt werden dadurch in der öffentlichen Wahrnehmung die Engineering-Unternehmen und Automobilzulieferer, die bislang die Serie als Partner und Sponsoren präsentierten. Andererseits ist das auch für die beteiligten Firmen als Chance zu verstehen sich bei den OEMs als Technologietreiber für künftige Serienprojekte vorzustellen.

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