Alternative Antriebe Jörg Adolf: „Wasserstoff im Verbrenner kann sinnvoll sein“

Autor: Thomas Günnel

Wenn grüner Wasserstoff ausreichend verfügbar ist: Soll er im Motor verbrannt oder in der Brennstoffzelle verwendet werden? Jörg Adolf, Chef-Volkswirt von Shell, beschreibt die Vor- und Nachteile aus Sicht des Energieunternehmens.

Jörg Adolf ist Stekeholder Relations Manager bei Shell und Herausgeber zahlreicher Szenario-Studien.
Jörg Adolf ist Stekeholder Relations Manager bei Shell und Herausgeber zahlreicher Szenario-Studien.
(Bild: Joerg Brockstedt/Shell)

Herr Adolf, Wasserstoff lässt sich im Verbrennungsmotor und in der Brennstoffzelle einsetzen. Welche Einsatzart betrachten Sie als am sinnvollsten und wieso?

Beide Antriebsarten haben Vor- und Nachteile, sodass der ideale Einsatz beider Technologien sehr anwendungsspezifisch ist. Wir sind technologieneutral hinsichtlich der Auswahl der Antriebstechnologie der Pkw- und Lkw-Hersteller bei der Nutzung von Wasserstoff in Fahrzeugen. Wichtig aus unserer Perspektive ist, dass beide Antriebstechnologien über die gleiche Infrastruktur mit identischer Wasserstofftanktechnologie versorgt werden können. Schwere Lkw benötigen jedoch Tankstellen mit höheren Kapazitäten.

Zudem ist der Wasserstoffmotor der sauberste Verbrennungsmotor überhaupt; und bei der (heißen) Verbrennung von Wasserstoff entstehen keine Kohlenwasserstoffe und damit auch keine CO2-Emissionen! Die verbleibenden geringen Verbrennungsemissionen des Wasserstoffmotors können mit geringem Aufwand gereinigt werden.

Über den Autor

 Thomas Günnel

Thomas Günnel

Fachjournalist, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE