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Zulieferer Kartellstrafe gegen Autozulieferer

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Jens Scheiner

Das Bundeskartellamt geht gegen illegale Preisabsprachen in der Automobilbranche vor. Innerhalb von wenigen Wochen wurden zwei Strafen im hohen zweistelligen Millionenbereich verhängt.

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Das Bundeskartellamt kann Amazon keine marktbeherrschende Stellung nachweisen.
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(Bild: Bundeskartellamt)

Das Bundeskartellamt hat erneut Bußgelder in einer Gesamthöhe von rund 75 Millionen Euro gegen fünf Automobilzulieferer verhängt. Sie sollen nach Angaben des Kartellamtspräsidenten Andreas Mundt mindestens von 2005 bis 2013, wenn auch im Einzelnen in unterschiedlichem Ausmaß, bei Ausschreibungen und Auftragsvergaben von Automobilherstellern abgesprochen beziehungsweise abgestimmt haben. Erst vor wenigen Tagen war eine Kartellstrafe in Höhe von 68 Millionen Euro gegen Eberspächer verhängt worden.

Gegenstand der Absprachen waren unter anderem Bodenbeläge, Fußmatten, Hutablagen, Kofferraumauskleidungen, textile Radlaufschalen, Motorraumschalldämpfungen, Stirnwanddämpfungen und Kofferraumabsorber. In diesen Produktgruppen hätten sich die Unternehmen über Preisuntergrenzen, die Weitergabe von Rohstoffpreiserhöhungen, zu gewährende Rabatte oder den Ausgleich von Werkzeugkosten abgestimmt. „Zudem waren sich die Kartell-Beteiligten grundsätzlich einig, dass sie das jeweilige Bestandsgeschäft sowie damit verbundene Nachfolgeaufträge der Wettbewerber möglichst nicht angreifen“, so Mundt.

Strafzahlung trotz Kooperation

Bei den betroffenen Unternehmen handelt es sich um die Autoneum Germany GmbH, Roßdorf, die Carcoustics International GmbH, Leverkusen, die Greiner Perfoam GmbH, Enns (Österreich), die Ideal Automotive GmbH, Burgebrach, und die International Automotive Components Group GmbH, Düsseldorf. Kein Bußgeld muss die Johann Borgers GmbH in Bocholt bezahlen. Das Unternehmen hatte als erstes mit dem Bundeskartellamt kooperiert und profitiert daher von einer Art Kronzeugenregelung. Am Ende hätten aber alle beteiligen Unternehmen mit dem Kartellamt kooperiert, heißt es in einer Mitteilung der Behörde. Die Bußgelder sind überwiegend noch nicht rechtskräftig. Allerdings sei mit allen Unternehmen und Verantwortlichen eine einvernehmliche Verfahrensbeendigung vereinbart worden.

Preisabsprachen scheinen in der Automobilindustrie häufiger vorzukommen. Anfang des Vorjahres hatte die EU eine Strafe in Höhe von 114 Millionen Euro gegen das sogenannte Schaumstoffkartell verhängt.

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