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Elektromobilität Kaufprämie für Elektroautos bislang wenig gefragt

Autor / Redakteur: dpa / Lisa Marie Waschbusch

Nach rund eineinhalb Jahren sind nur gut zehn Prozent der Fördermittel ausgeschöpft, die für die Elektroauto-Prämie zur Verfügung stehen. Einiges spricht dafür, dass der Topf bis zum vorgesehenen Ende der Bezuschussung Mitte 2019 längst nicht leer sein wird.

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Der Marktanteil von Elektroautos nimmt zu, allerdings nach wie vor recht langsam.
Der Marktanteil von Elektroautos nimmt zu, allerdings nach wie vor recht langsam.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Die staatliche Prämie für den Kauf von Elektroautos stößt insgesamt auf geringes Interesse, auch wenn die Nachfrage in den vergangenen Monaten deutlich angestiegen ist. In den eineinhalb Jahren seit Einführung der Prämie gingen nur für etwas mehr als zehn Prozent der Gesamtsumme Förderanträge ein, wie die „Welt“ (Mittwoch) berichtet.

Die Zeitung bezieht sich auf Zahlen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Demnach wurden bislang 46.897 Anträge für einen Zuschuss beim Kauf eines E-Autos gestellt. „Für diese Förderung stehen insgesamt 600 Millionen Euro zur Verfügung. Bis heute sind rund 65 Millionen Euro gebunden“, sagte Bafa-Präsident Andreas Obersteller dem Blatt.

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Fördermittel könnten nicht ausgeschöpft sein

Der Bund fördert den Kauf eines Batterieautos oder Brennstoffzellenfahrzeugs mit 2.000 Euro. Für Plug-in-Hybride gibt es 1.500 Euro. Der Hersteller des jeweiligen Fahrzeugs muss dem Käufer mindestens den gleichen Betrag als Nachlass gewähren, damit die Förderung bewilligt wird. Die Fördermittel reichen für mehr als 300.000 Fahrzeuge.

„Aktuell spricht einiges dafür, dass die Mittel nicht bis zum Ende der Förderung Mitte 2019 ausgeschöpft sind“, sagte Obersteller. Der Bafa-Präsident regte deshalb an, das Geld anderweitig zur Förderung der Elektromobilität einzusetzen: „Die neue Bundesregierung könnte einen Teil des Budgets umwidmen und für die Förderung privater Ladeinfrastruktur bereitstellen. Diese Unterstützung könnte beispielsweise von Handwerkern, Hotelbetrieben oder Wohnanlagen genutzt werden.“

Schleppende Nachfrage nach Elektro-Autos

Zuletzt verzeichnete das Bafa immerhin eine stetig steigende Nachfrage nach den Kaufprämien. So sei das Förderprogramm im Sommer 2016 mit etwa hundert Anträgen am Tag gestartet, nun habe sich der Wert auf 300 verdreifacht. Laut der Bafa-Zahlen entfielen 24.500 Anträge auf Unternehmen und gut 21.600 auf Privatkunden. Staatliche Stellen hielten sich dagegen zurück: Nur 346 kommunale Betriebe und Zweckverbände nutzen die Prämie.

Als Grund für die schleppend angelaufene Nachfrage nach Elektro-Autos gilt das noch dünne Netz an Ladestationen. Da die Fahrzeuge zudem relativ geringe Reichweiten haben, sind viele Autokäufer skeptisch. Von ihrem ambitionierten Ziel, bis 2020 eine Million E-Autos auf deutsche Straßen zu bringen, hat sich die Bundesregierung bereits distanziert.

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