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Rückrufe KBA: Zahl der Rückrufe im Jahr 2015 gestiegen

Autor / Redakteur: SP-X / Jens Scheiner

Die Zahl der Rückrufaktionen von Kraftfahrzeugen ist 2015 in Deutschland gestiegen.

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Das Kraftfahrt-Bundesamt veranlasste im vergangenen Jahr 326 einzelne Aktionen, von denen insgesamt 1,65 Millionen Halter betroffen waren.
Das Kraftfahrt-Bundesamt veranlasste im vergangenen Jahr 326 einzelne Aktionen, von denen insgesamt 1,65 Millionen Halter betroffen waren.
(Foto: ZF)

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) veranlasste im vergangenen Jahr 326 einzelne Aktionen, von denen insgesamt 1,65 Millionen Halter betroffen waren. Im Vorjahr gab es 235 Aktionen mit 1,53 Millionen Betroffenen. Auch die Zahl der Untersuchungen zur Produktsicherheit nahm zu. Hatte das KBA 2014 noch 571 dieser Tests unternommen, waren es im vergangenen Jahr 711. Nicht jede KBA-Untersuchung führt zu einem Rückruf. Je nach Untersuchungsergebnis ergreift die Behörde „die für die Sicherheit im Straßenverkehr notwendigen Maßnahmen nach den gesetzlichen Vorschriften“. 2015 war dies 326 Mal der Fall, 178 der Rückrufe überwachte das KBA wegen der Schwere des Mangels.

Weniger Stilllegungen als im Rekordjahr 2014

7.528 Mal musste die Behörde im vergangenen Jahr ein Fahrzeug wegen Untätigkeit des Halters außer Betrieb setzen – in etwa so oft wie 2010 und 2011. Den Höchststand an Fahrzeug-Stilllegungen gab es 2014 mit 34.712 Fällen.Auffällig ist, dass die Zahl der Untersuchungen zur Produktsicherheit in den vergangenen zwei Jahren drastisch zugenommen hat. In den Jahren 2010, 2011 und 2012 hatte das KBA jeweils gut 400 Untersuchungen durchgeführt, 2013 waren es 471. Im Jahr darauf folgte dann ein starker Anstieg auf 571 Fälle, 2015 lag der Wert wie bereits erwähnt bei 711. Ähnlich verhält es sich bei den letztendlich angeordneten Rückrufen. Hatte das KBA 2012 noch 162 und 2013 180 Aktionen durchführen lassen, stieg der Wert in der Folge rasant auf 235 (2014) und 326 (2015) an.

Gründe für steigende Rückruf-Zahlen sind vielfältig

Auch weltweit nimmt die Zahl der Rückrufe zu. Dafür gibt es mehrere Gründe: So ist die technische Komplexität und somit die Zahl möglicher Fehlerquellen in den vergangenen Jahrzehnten enorm gestiegen. Zudem sorgen Gleichteile- und Baukastenstrategien dafür, dass von einem einzelnen fehlerhaften Bauteil häufig gleich hunderttausende Fahrzeuge betroffen sind. Nicht zuletzt steigt der Kostendruck auf Hersteller und Zulieferer immer weiter – was sich auch auf die Qualität der verwendeten Materialien und Rohstoffe auswirken kann.

Zwischen der Anzahl der Rückrufaktionen und der davon betroffenen Halter besteht kein Zusammenhang. Im Jahr 2010 mussten laut KBA beispielsweise knapp 1,2 Millionen Fahrer ihr Auto aufgrund von insgesamt 185 Rückrufen in die Werkstatt bringen, im Jahr darauf waren es nur gut 563.000 Halter, obwohl die Zahl der Rückrufaktionen mit 186 stabil geblieben war.

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