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Automobilzulieferer ZF Keine Produktionsverlagerung

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Beim Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen haben sich Vorstand und Betriebsrat auf ein Modell zur Standortsicherung geeinigt.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Beim Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen haben sich Vorstand und Betriebsrat auf ein Modell zur Standortsicherung geeinigt. Wie Vorstand Wolfgang Vogel am Donnerstag erklärte, bleibt der Stammsitz des Unternehmens in Friedrichshafen Hauptproduktionsort für schwere Nutzfahrzeuggetriebe. Im Gegenzug habe der Betriebsrat zugestimmt, die Personalkosten bis 2008 um 12 Millionen Euro im Jahr zu senken. ZF hatte zuvor erwogen, einen neuen Busantrieb in Ungarn zu produzieren. Dieser Antrieb werde jetzt am Bodensee in Serie gehen, sagte Vogel.

Wie die Einsparung erbracht werde - etwa durch längere Arbeitszeit oder mehr Schichten - müsse noch im Detail ausgehandelt werden. Eine Arbeitsplatzgarantie umfasse die Grundsatzeinigung nicht, sagte Vogel. Betriebsrat und Vorstand hatten seit über einem Jahr verhandelt. Friedrichshafen ist Hauptsitz des Automobilzulieferers ZF mit 119 Standorten in 25 Ländern und 53.500 Mitarbeitern. Das Unternehmen beschäftigt in Friedrichshafen 6.800 Arbeitnehmer, davon 5.000 im Bereich Nutzfahrzeug- und Sonderantriebstechnik.

Von einer Verlagerung nach Ungarn wären nach Angaben des Betriebsrates mehrere hundert Mitarbeiter betroffen gewesen. "Friedrichshafen ist der teuerste ZF- Standort in Deutschland", sagte Vogel. Das Sparmodell beziehe sich nur auf ihn. "An den anderen Standorten sind viele dieser Punkte bereits erfüllt." Personalkosten und steigende Stahlpreise belasteten das Unternehmen trotz ausgelasteter Kapazitäten und eines erwarteten Umsatzzuwachses von fünf Prozent im Bereich der Nutzfahrzeug- und Sonderantriebstechnik, hieß es. Einbußen verzeichnete ZF im ersten Halbjahr im Busgeschäft.

Bei Lastwagen gibt es dagegen zweistellige Zuwachsraten, die ZF auf das nach der EU-Erweiterung boomende Osteuropa-Geschäft zurückführt. Um die Aufträge abarbeiten zu können, haben sich Belegschaft und Vorstand in Friedrichshafen unabhängig von dem langfristigen Modell zur Standortsicherung kurzfristig auf Samstagsarbeit, Überstunden und einen teilweisen Dreischichtbetrieb in den nächsten Monaten geeinigt.