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Karmann Keine rasche Einigung beim Sozialplan

| Redakteur: Bernd Otterbach

Bei Karmann in Osnabrück zeichnet sich keine rasche Einigung auf einen Sozialplan ab. Die Forderungen der Arbeitnehmer sind von der Unternehmensseite bei einer Betriebsversammlung als nicht bezahlbar bezeichnet worden.

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Dies berichtete Hartmut Riemann, Bevollmächtigter der Gewerkschaft IG Metall in Osnabrück, am Dienstag. Für entlassene Arbeitnehmer werde als Abfindung ein halber Bruttomonatslohn pro Beschäftigungsjahr sowie die Einrichtung einer Transfergesellschaft gefordert. Der traditionsreiche Auftragsfertiger will wegen fehlender Aufträge bis zu 1.725 Stellen streichen und reiner Zulieferbetrieb für Cabrio-Dachsysteme und Fahrzeugentwicklung werden.

Nach Angaben des stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden bei Karmann, Gerhard Schrader, waren bei der Versammlung über 3.000 Mitarbeiter und damit nahezu die ganze Belegschaft versammelt. Die ablehnende Reaktion der Arbeitgeberseite auf die Sozialplan-Forderung sei mit vereinzelten Buh-Rufen quittiert worden. Bei den vergangenen Verhandlungen über Sozialpläne seien jeweils Abfindungen in der geforderten Höhe vereinbart worden, zuletzt im Juli für die 900 ausscheidenden Mitarbeiter im Zweigwerk in Rheine.

„Es ist nicht akzeptabel, dass die, die als letzte gehen, weniger bekommen“, sagte Riemann. Um den Sozialplan in der geforderten Höhe zu finanzieren, sollten gegebenfalls auch die künftigen Kerngeschäfte veräußert oder Investoren geholt werden. Nach Angaben der Arbeitnehmerseite hat die Unternehmensführung einer Überprüfung der Finanzverhältnisse bei der Karmann-Muttergesellschaft zugestimmt. Die Gespräche zwischen beiden Seiten sollen nach Angaben des Betriebsrates an diesem Mittwoch weitergehen. Ziel sei, möglichst viele Arbeitsplätze bei dem Autobauer zu erhalten, sagte Schrader.

dpa

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