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Fahrzeug-Ersatzteile Keine Reparaturklausel – Designschutz bleibt bestehen

| Autor / Redakteur: SP-X / Thomas Günnel

Die Autohersteller haben in Deutschland ein Quasi-Monopol auf Karosserie-Ersatzteile. Nachdem die EU-Kommission nun eine geplante Änderung kassiert hat, bleibt das bis auf weiteres auch so. Autofahrer dürfen also nicht auf fallende Preise hoffen.

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Karosserie-Ersatzteile kommen in Deutschland fast immer vom Automobilhersteller. Die EU-Kommission kippte jetzt eine geplante Änderung.
Karosserie-Ersatzteile kommen in Deutschland fast immer vom Automobilhersteller. Die EU-Kommission kippte jetzt eine geplante Änderung.
(Foto: Volvo)

Die deutschen Autofahrer müssen weiterhin mit relativ hohen Preisen für sichtbare Kfz-Ersatzeile wie Kotflügel und Scheinwerfer leben. Die Europäische Kommission hat offiziell Pläne für eine Neufassung der EU-Designrichtlinie zurückgezogen. Diese hätte den sogenannten Designschutz für Teile der Karosserie, des Autoglases und der Beleuchtungsanlage aufgehoben. Der Rückzug ermöglicht es den Autoherstellern, Teileherstellern den Vertrieb von günstigen Nachbauteilen zu untersagen. Der Gesamtverband Autoteile-Handel (GVA) kritisiert die Kommissions-Entscheidung. Sie würde den Fahrzeugherstellern ein äußerst profitables Monopol auf diese Teile sichern, heißt es in einer Stellungnahme. Die Folge seien höhere Ersatzteilpreise für die Verbraucher.

Alternativanbietern drohen Abmahnungen

Zwar dulden die Autohersteller auch bei sichtbaren Ersatzteilen de facto ein wenig Konkurrenz, Anbieter sind aber immer von Abmahnungen bedroht. Dass dabei am Ende der Verbraucher drauf zahlt, belegt auch eine Untersuchung des ADAC. So sind die Ersatzteilpreise bei Mechanik-Teilen – für die der Designschutz nicht gilt – zwischen 2006 und 2012 lediglich um zwölf Prozent gestiegen. Die Preise für Designteile haben im gleichen Zeitraum um 40 Prozent zugelegt. Auch der Automobilclub fordert vor diesem Hintergrund eine Marktliberalisierung. In einigen EU-Ländern existiert diese bereits, in Staaten mit starker Autoindustrie wie Deutschland und Frankreich jedoch nicht. Vor allem der GVA will nun einen neuen Anlauf unternehmen und sich bei der neuen EU-Kommission erneut für eine Änderung der Designrichtlinie einsetzen. Vom VDA war auf Nachfrage keine Aussage zum Rückzug der Neufassung der EU-Designrichtlinie zu erhalten.

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