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Mercedes-Benz GLK 320 CDI Kleiner GL

| Redakteur: Jens Meiners

Der GLK ist der kleinste der vier Geländewagen von Mercedes-Benz. Er trifft auf heftige Konkurrenz von Audi, BMW und anderen.

Seinen ersten Winter hat der Mercedes-Benz GLK überstanden - jetzt haben wir ihn genauer unter die Lupe genommen. Wie die meisten anderen modernen Geländewagen wird der GLK kaum im echten Gelände genutzt; dementsprechend lag das Augenmerk der Entwickler auf dem Fahrverhalten auf der Straße. Mit der C-Klasse-Plattform bringt der GLK hier gute Voraussetzungen mit.

Im Gegensatz zu Konkurrenten wie dem Audi Q5 baut der GLK relativ hoch und ist kantig gezeichnet. Ob das unter dem inzwischen zum Chefdesigner aufgestiegenen Gorden Wagener entstandene Styling besonders gelungen ist, sei dem Betrachter überlassen. Wir finden, daß das zerklüftete Styling mit dem hohen, von stelzenartigen Dachsäulen begrenzten „Greenhouse“ eher zerbrechlich wirkt. Die Proportionen liegen auffällig nahe am Subaru Forester: „Mercedes, frei interpretiert“, werben denn auch die Stuttgarter.

Das Design qualifiziert den GLK jedenfalls zum kleinen Bruder des „GL“, während Ähnlichkeiten mit dem klassischen G-Modell eher zufällig sein dürften. Das GLK-Interieur ist erstaunlich kantig und gleichzeitig modisch gezeichnet; es könnte so auch in eines der aktuellen Cadillac-Modelle passen. Intern hört der GLK übrigens auf den Entwicklungscode X204, was ihn als engen Verwandten der C-Klasse (W204) ausweist. Als Rechtslenker ist er nach wie vor nicht zu bekommen, aber Mercedes-Benz will eine solche Variante nachreichen - aus Package-Gründen lediglich mit Hinterradantrieb. Was es nicht geben wird, ist ein AMG - hier offenbart sich abermals die philosophische Verwandschaft mit dem GL (sogar die R-Klasse gab es als AMG). Daß demnächst eine heckgetriebene Version als Einstiegsmodell auch in Deutschland angeboten wird, darf als gesichert gelten.

Von den verschiedenen Otto- und Dieselmotoren aus dem umfangreichen Baukasten ist der 224 PS starke 3,0-Liter-Diesel im etwas irreführend bezeichneten GLK 320 CDI die interessanteste Motorisierung sein. Wir haben zwei Wochen mit diesem Modell verbracht und können ihm hervorragende Fahrleistungen und Fahreigenschaften attestieren. Der V6-Motor läuft deutlich ruhiger als der neue Vierzylinder-Diesel und glänzt mit hervorragenden Fahrleistungen - bis zu einer Spitze von rund 220 km/h. Noch über 200 km/h bleibt der GLK sauber in der Spur, und auch auf der Landstraße läßt sich der Geländewagen trotz seines konzeptbedingt hohen Schwerpunkts nur schwer aus der Ruhe bringen. Zudem zählt der GLK zu den komfortableren Angeboten in seinem Segment.

Worauf es in dieser Kategorie vor allem ankommt, ist Image und Design. Markenprestige bringt jeder Mercedes-Benz von Haus aus genügend mit; das Design ist eine subjektive Größe. Zu den engsten Konkurrenten gehören der niedrigere, sportlichere Audi Q5; der inzwischen etwas angegraute BMW X3; der beeindruckend schnelle, aber nur mit Ottomotor lieferbare Infiniti EX37, den wir in den USA bereits gefahren sind; und letztlich auch die kaum noch größere M-Klasse aus dem eigenen Haus. Sehr viel teurer ist die M-Klasse allerdings auch nicht; für den GLK mit dem V6-Diesel sind fast 50.000 Euro auf den Tisch zu legen, der entsprechende ML 320 CDI liegt bei rund 55.000 Euro. Die Aufpreisliste bietet in beiden Fällen bemerkenswertes Potential nach oben.

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