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Johnson Controls Kleinwagen-Trend schwappt in die USA

| Autor / Redakteur: dpa / Bernd Otterbach

Für Johnson Controls setzt sich der Trend zum verbrauchsarmen Fahren langsam auch in den USA durch. „Ford, GM und Chrysler sind sehr zügig dabei, Plattformen zu entwickeln, die dieser Mega-Entwicklung nachkommen“, sagte der Chef der Autotechnik-Sparte, Beda-Helmut Bolzenius, am Rande der IAA in Frankfurt.

Der Manager glaubt, dass Johnson Controls nach der Übernahme des früheren Autobatteriegeschäfts von Varta im Jahr 2002 nicht nur die Elektromobilität voranbringen kann. „Unsere Strategie orientiert sich generell daran, die Bewegung zu kleineren Autos zu unterstützen.“

In China werde der Run auf große Limousinen, Sportwagen und Geländewagen zwar noch größer werden, schätzt Bolzenius. Auch in den USA könne es noch einige Zeit dauern, bis große Schlitten durch die Bank von kleinen Flitzern abgelöst würden: „Ein eigener Truck hat dort immer noch viel mit Lifestyle zu tun.“ Vor allem in den Ballungszentren sehe man allerdings schon heute, „dass sich dieser Trend von oben nach unten hin durchsetzt“.

Dies habe auch Folgen für die Modellpolitik. Immer mehr OEMs versuchten, für verschiedene Klassen den gleichen Standard bei Technik und Verarbeitung anzubieten: „Der Kunde ist von großen Autos eine Innenausstattung gewohnt, die jetzt auch bei den Kleinen deutlich aufgewertet wird“, erklärte Bolzenius.

OEMs: Viel Geld für den Innenraum

Zum Beispiel ließen viele Hersteller bei der Sitztechnik – sie macht bei Johnson Controls drei Viertel des Autotechnik-Geschäfts aus - kaum noch Qualitätsunterschiede zu. „Wenn Sie Modelle wie den Mini, Audi A1 oder Volkswagen Up sehen, merken Sie: Das sind in vielerlei Hinsicht „große“ Autos. Bei den Kleinen wird das Wohlfühl-Kriterium nach einem günstigen Verbrauch das Kaufkriterium Nummer eins“, sagte Bolzenius. „Die Bereitschaft der Automobilhersteller, ins Interieur zu investieren, um die geringe äußere Größe zu kompensieren, ist bemerkenswert.“

Die Angleichung der Qualitäten führe auch zu einer Angleichung der Produktionsverfahren. Zulieferer wie Johnson Controls orientierten sich an Baukasten-Strategien, um Kosten zu senken und die Komponenten günstiger anbieten zu können. „Das ist auch für uns ein Riesenthema“, meinte der Physiker. BMW und Mercedes-Benz etwa kauften Teil ihrer Sitzsysteme gemeinsam ein, um Größenvorteile beim Preis zu erzielen.

Am Mittwoch hatte das Unternehmen angekündigt, in China ein Werk für 73 Millionen Euro zu bauen. Auch in Hannover sind Investitionen in die Start-Stopp-Technologie geplant. Die meist noch als Sonderausstattung zählenden Systeme würden bald zur Serienausstattung gehören, glaubt Bolzenius. „Mittelfristig kommt dieser Prozess auch in den USA in Gang.“

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