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Japan Knappheit von Elektronikbauteilen droht

| Redakteur: Bernd Otterbach

Während die Japaner die Auswirkungen der Katastrophen bekämpfen, werden auch die langfristigen wirtschaftlichen Folgen der Ereignisse, insbesondere für die Elektronikbranche immer deutlicher.

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„Das Erdbeben und der Tsunami in Japan können zu einer signifikanten Verknappung bei bestimmten elektronischen Komponenten führen, mit der Folge, dass die Preise dafür dramatisch steigen“, warnen die Analysten von IHS iSuppli in einer Analyse.

Betroffen sein werden voraussichtlich NAND Flash Memory, DRAM-Speicher, Mikrocontroller, Logik-Bausteine sowie LCD-Panels und -Materialien. Da Japan mit einem Marktanteil von rund 60 Prozent auch der weltgrößte Hersteller von Silizium-Wafern ist, könnten auch Halbleiter-Produktionsstätten außerhalb von Japan von der Entwicklung betroffen sein.

Lagerbestand reicht für zwei Wochen

Nach Ansicht der Analysten von IHS iSuppli gibt es in der globalen Supply Chain für Halbleiter-Produkte einen Lagerbestand von rund zwei Wochen. Aus diesem Grund würden Bauteile-Verknappungen erst gegen Ende März, Anfang April sichtbar werden. Die Verknappung könnte dann allerdings bis weit ins dritte Quartal des Jahres hinein andauern.

Bereits jetzt gebe es aufgrund der Erwartung von Verknappungen aber eine deutliche Preisssteigerung bei bestimmten Komponenten. NAND Flash ist am Montag an den Spot-Märkten, wo sich Unternehmen kurzfristig eindecken, um bis zu 20 Prozent teurer geworden.

Da sich ein Großteil der Fertigungsstätten japanischer Halbleiterunternehmen eher im Süden des Landes befindet, sind die direkten Schäden durch Erdbeben und Tsunami überschaubar. Allerdings rechnen Experten damit, dass sich in den kommenden Wochen Infrastrukturprobleme negativ auf die Produktion auswirken werden: Angefangen von den bereits eingeleiteten Strom-Rationierungen bis hin zu An- und Auslieferungsproblemen aufgrund der zerstörten Verkehrsinfrastruktur.

„Logistische Probleme werden unausweichlich zu Einschränkungen der Produktion führen“, bestätigt auch Nobunaga Chai von Digitimes Research. Toshiba als zweitgrößter Hersteller von NAND Flash geht etwa von einer Reduzierung der Produktion um rund 20 Prozent aus.

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