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Übernahme Knorr-Bremse hält schon 86 Prozent an Haldex

| Redakteur: Christian Otto

Der Münchener Zulieferer Knorr-Bremse kann auf einen hohen Aktienanteil von Haldex verweisen. Allerdings musste man trotzdem die Angebotsfrist verlängern, da sich die kartellrechtlichen Freigaben in den USA verzögern.

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Knorr-Bremse hat schon den größten Teile der Haldex-Anteile aufgekauft. Nun fehlt noch die Freigabe der US-Behörden für den Übernahme-Deal.
Knorr-Bremse hat schon den größten Teile der Haldex-Anteile aufgekauft. Nun fehlt noch die Freigabe der US-Behörden für den Übernahme-Deal.
(Bild: Knorr-Bremse)

Knorr-Bremse konnte laut eigener Aussagen schon einen großen Teil der Haldex-Aktionäre von dem am 5. September formulierten Übernahmeangebot überzeugen. Damals hatten die Münchener ZF mit einem höheren Gebot zur Übernahme des Nutzfahrzeugbremsen-Spezialisten ausgestochen. Das Ende der Angebotsfrist wurde auf den 5. Dezember 2016 terminiert. Nun vermeldet Knorr-Bremse, dass man zusammen mit jenen Anteilen, die bereits gehalten werden, insgesamt 38.072.860 Haldex-Aktien besitzt. Dies entspricht 86,1 Prozent des Grundkapitals und der Stimmrechte von Haldex.

Der Vollzug des Angebots steht aber unter mehreren Bedingungen: Zum einen muss Knorr-Bremse in den Besitz von mehr als 50 Prozent der Haldex-Aktien kommen. Zum anderen müssen die erforderlichen Freigaben der Behörden vorliegen. Aktuell ist die Mindest-Annahmequote erreicht, allerdings bleibt das Angebot weiterhin unter kartellrechtlichem Vorbehalt.

Freigabe in der EU

Dem Antrag von Knorr-Bremse für eine Verweisung an die EU-Kommission wurde dabei bereits stattgegeben. Damit wurde unmittelbar die Voranmeldephase in der Europäischen Union eingeleitet. Darüber hinaus hat Knorr-Bremse im Rahmen des so genannten „Hart-Scott-Rodino Antitrust Improvements Act“ eine Anmeldung in den Vereinigten Staaten eingereicht. Um die kartellrechtlichen Freigaben einzuholen, hat sich laut dem Unternehmen ein längeres Freigabeverfahren als notwendig erwiesen. Somit ist diese Angebotsbedingung zunächst nicht erfüllt.

In Anbetracht der längeren Genehmigungsfrist und um das weitere Andienen von Aktien zu ermöglichen, hat Knorr-Bremse beschlossen, die Annahmefrist bis einschließlich 28. Februar 2017 zu verlängern. Außerhalb des Angebots haben die Münchener insgesamt 6.595.039 Haldex-Aktien erworben, was 14,92 Prozent des Grundkapitals und der Stimmrechte von Haldex entspricht.

Klaus Deller, Vorsitzender des Vorstands von Knorr-Bremse, ist trotz der Verzögerung zuversichtlich, dass die Übernahme schnell umgesetzt wird: „Mit hohem Engagement werden wir auch weiterhin den kartellrechtlichen Freigabeprozess vorantreiben, in dem wir bereits zwei wichtige Meilensteine erreicht haben. Aufgrund des offenen Dialogs mit den Behörden sind wir zuversichtlich, dass wir sämtliche kartellrechtliche Freigaben erhalten werden."

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