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Johnson Controls Konflikt mit Saft eskaliert

| Redakteur: Bernd Otterbach

Johnson Controls will mit Hilfe der US-Justiz das Gemeinschaftsunternehmen mit dem Batteriespezialisten Saft benden. Aber die Franzosen wollen sich nicht kampflos geschlagen geben. Das Joint Venture Johnson Controls–Saft Advanced Power Solutions entwickelt Lithium-Ionen-Batterien für Elektroantriebe.

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Der US-Zulieferer hat nach eigenen Angaben am Mittwoch vor dem Delaware Chancery Court rechtliche Schritte eingeleitet, um das Johnson Controls-Saft Joint Venture aufzulösen. Beide Unternehmen hatten das Gemeinschaftsunternehmen 2006 gegründet. Die Amerikaner halten 51 Prozent der Anteile und die Franzosen 49 Prozent.

Zu geringe Investitionen

„Zwischen Johnson Controls und Saft besteht eine grundlegende Meinungsverschiedenheit bezüglich der zukünftigen Ausrichtung und des angemessenen Tätigkeitsbereichs des Joint Ventures“, begründete Alex Molinaroli, President von Johnson Controls Power Solutions, den Gang vor Gericht. „Die Branche entwickelt sich rasant. Um die Marktführung zu erlangen, benötigen wir Investitionen, die wir im Rahmen des Joint Ventures nicht durchführen konnten und auch in Zukunft nicht durchführen können.“

Johnson Controls-Saft hat viele Kunden

Das Verfahren habe keinen Einfluss auf die bestehenden Verträge, Produktionsaufträge oder Produktionsanläufe von Johnson Controls-Saft. Lieferverträge bestehen für die Mercedes-Benz S-Klasse hybrid, den BMW 7er ActiveHybrid, für den VW Golf blue-e-motion, für den Skoda Octavia Green E Line, für das hybrid-elektrische Antriebssystem von Azure Dynamic, für einen Plug-in-Hybrid von Ford und für die Elektreoautos C30 und M30 des chinesischen Automobilherstellers BAIC. Das Unternehmen unterhält seit 2008 eine Werk im französischen Nersac.

Johnson Controls blockiert Kompromiss

Saft erklärte in einer Stellungnahme, dass man keinen rechtlichen Gründe für eine Auflösung des Joint Ventures sehe und sich dagegen wehren werde. „Saft hat Johnson Controls eine Reihe von konstruktiven Vorschlägen unterbreitet, um einen Kompromiss zu erreichen und eine gerichtliche Auseinandersetzung zu verhindern.“ Alle Vorschäge seinen von Johnson Controls zurückgewiesen worden, so die Franzosen weiter. Zudem habe das Gemeinschaftsunternehmen Saft im vergangenen Jahr ein Minus von 16,9 Millionen Euro beschert.

Saft gilt als weltweit führend im Bereich der Nickel-Cadmium-Batterien (NiCd) für den industriellen Einsatz. Der Elektromotorroller Scoot‘elec von Peugeot fährt beispielsweise mit drei NiCd-Akkus vom Typ STM 5-100 MR.

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