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Bayer Materialscience Kooperation bei Polycarbonat-Verscheibung

| Redakteur: Bernd Otterbach

Die Bayer Materialscience will mit der Mitsubishi Heavy Industries Plastic Technology Co., Ltd. und der Kyowa Industrial Co., Ltd., auf dem Gebiet der Automobilverscheibung mit Polycarbonat eng zusammenarbeiten.

Vor kurzem haben der deutsche Kunststofferzeuger, der japanische Spritzgießmaschinenhersteller und der japanische Formenbauer eine technische Kooperation vereinbart, um die Polycarbonat-Verscheibung in der japanischen Automobilindustrie voranzutreiben.

Bestandteil der Kooperation ist die Nutzung einer Zwei-Komponenten-Spritzgießmaschine mit Wendeplatte der Serie EMR im Versuchstechnikum am Hauptsitz des japanischen Maschinenherstellers Mitsubishi (Iwatsuka Werk) in Nagoya City. Diese elektrische Spritzgießmaschine hat eine Schließkraft von 14.500 kN. Auf dieser Maschine wird eine Zwei-Komponenten-Spritzgießform des japanische Formenbauer Kyowa gespannt.

Bayer Materialscience sieht sich weltweit als Marktführer in der Automobilverscheibung mit Polycarbonat. Man sei führend in der Material- und Verfahrensentwicklung für diese Anwendung. Unter dem Markennamen Bayvision hat der Kunststofferzeuger seine komplette Expertise rund um die Fahrzeugverscheibung (Polycarbonat Makrolon) gebündelt.

Dieses umfangreiche Know-how stehe aufgrund der Kooperation den Kunden in Japan ab sofort zur Verfügung, sagt Volkhard Krause, Leiter des globalen Automotive Glazing Teams bei Bayer Materialscience. Außerdem greift die Kooperation auf spezielle Polycarbonattypen für das Zwei-Komponenten-Spritzgießen des Kunststofferzeugers zurück, die sich bereits bei Serienteilen für Verscheibungen bewährt haben.

Hohes Wachstumspotenzial weltweit für Automobilverscheibung mit Polycarbonat

„Für die Automobilverscheibung mit Polycarbonat sehen wir sehr gute Wachstumsperspektiven weltweit, besonders vor dem Hintergrund der zunehmend strikter regulierten Emissionsverordnungen in allen führenden Industrienationen“, erläutert Krause. „Materialien wie unser Polycarbonat Makrolon sind deutlich leichter als Glas. Bei Panoramadächern erzielen wir damit zum Beispiel Gewichtseinsparungen von bis zu 50 Prozent. Das ermöglicht eine deutliche Senkung von Treibstoffverbrauch und Kohlendioxidemissionen.“

Außerdem ist eine Integration zusätzlicher Funktionselmente wie Scheibenheizung, Antennen und Infrarotschutz gleich bei der Fertigung von Dachmodulen, Heckscheiben und weiteren Glazing-Komponenten möglich. Darüber hinaus bietet Polycarbonat laut Krause eine höhere Designfreiheit als Glas, wie anhand von visionären Glazing-Konzeptstudien deutlich werde.

Zweite große Technologiezelle für Verscheibungen

Die Kooperation mit den beiden japanischen Partnern ist für Bayer Materialscience die Basis zur Bildung einer zweiten großen Technologiezelle für Entwicklungen im Verscheibungsbereich mit Polycarbonat – neben dem globalen Glazing Center in Leverkusen. Dort wurde im Sommer vergangenen Jahres eine Zwei-Komponenten-Spritzgießmaschine mit 23000 kN Schließkraft in Betrieb genommen. Auf dieser Maschine können bis zu 1,2 Quadratmeter große Verscheibungsteile spritzgegossen werden.

Diese Maschine ist auch für das Spritzprägen geeignet. Dieses Spritzgießverfahren ermöglicht die Herstellung großer, dreidimensionaler Verscheibungsteile. Basis dafür ist ein reduzierter Spritzdruck, um spannungs- und verzugsarme Polycarbonatteile mit hoher Oberflächenqualität zu erzeugen. Nach dem Spritzprägen lassen sich die Teile mit einem transparenten Nasslack gut beschichten.

Zusätzlich zur Spritzgießmaschine hat der Kunststofferzeuger Bayer Materialscience sein großes Beschichtungstechnikum in Deutschland nochmals erweitert und in das „Bayvision-Paket“ integriert. Dort können bis zu 1,4 Quadratmeter große, dreidimensional geformte Bauteile aus Polycarbonat durch Fluten beschichtet werden.

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