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Eisenmann Kosten runter in der Lackiererei

| Redakteur: Claus-Peter Köth

Mit E-Scrub hat Eisenmann ein neues elektrostatisches Abscheidesystem für Lack-Overspray entwickelt. Es soll in Bälde in den Spritzkabinen der Automobilhersteller und Zulieferer Einzug halten.

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Das Abscheidesystem schont laut Eisenmann die Umwelt und Ressourcen, reduziert die Betriebskosten einer Lackiererei und ist darüber hinaus sicher und einfach zu handhaben. „Ich freue mich, dass wir diese Ziele mit E-Scrub erreicht haben und unseren Kunden heute eine hocheffiziente, umweltfreundliche und Kosten senkende Lösung für ihre Lackieranlagen anbieten können“, sagte Dr. Kersten Christoph Link, Technischer Vorstand der Eisenmann AG.

E-Scrub realisiert laut Hersteller höchste Abscheidegrade bei kleinstem Druckverlust. Das ermöglicht einen 95-prozentigen Umluftbetrieb. Dadurch wiederum lässt sich gegenüber der herkömmlichen Nassauswaschung eine deutliche Energieeinsparung von bis zu 78 Prozent und eine entsprechende Reduzierung des CO2-Ausstoßes erzielen. Zudem benötigt E-Scrub bis zu 87 Prozent weniger Wasser und deutlich weniger Chemikalien. Die Elektrostatik des Systems schaltet sich automatisch zu und ab, wodurch sich weitere Energieeinsparungen ergeben.

Weiterhin ermöglicht die elektrostatische Aufladung und Bindung des Oversprays im Trennmittel eine effiziente Abscheidung. Die maximale Staubemission nach TA-Luft erlaubt 3 mg/m3. Mit E-Scrub lässt sich dieser Wert auf 0,3 mg/m3 reduzieren. In Verbindung mit der Umluftführung werden somit die Feinstaubemission um den Faktor 100 verringert.

Ralf Völlinger, Senior Vice President Automotive Systems bei Eisenmann, hat in einer Vergleichsrechnung konkrete Zahlen ermittelt – ausgehend von einer real existierenden Lackiererei mit etwa 150 000 zu lackierenden Karosserien im Jahr. Demnach würden durch eine Umrüstung der herkömmlichen Spritzkabine mit Venturi-Wäscher auf die E-Scrub-Technik die jährlichen Betriebskosten von 2,75 Millionen Euro auf 1,1 Millionen Euro sinken – das wären beachtliche 11 Euro pro Karosse.

„Abhängig vom Standort der existierenden Lackiererei und den jeweiligen gesetzlichen Rahmenbedingungen rechnet sich eine Umrüstung in drei bis fünf Jahren. Und bei Neuanschaffungen fällt der geringe Mehrpreis für die E-Scrub-Technik ohnehin nicht ins Gewicht“, ergänzt Lenk.

Das Funktionsprinzip im Detail

Der beim Lackierprozess anfallende, überschüssige Lacknebel (Overspray) gelangt bei E-Scrub durch gezielte Luftführung in der Lackierkabine über trichterförmige Ablaufflächen in das neue Elektroabscheidesystem. Dabei wird bereits auf den mit einem Trennmittel benetzten Ablaufflächen ein Teil des Oversprays gebunden. Das Trennmittel transportiert die Lackpartikel in die darunter liegende Trennmittelvorlage.

Der überwiegende Anteil des Oversprays wird am unteren Ende der Ablaufflächen in so genannte Abscheidemodule umgelenkt. Diese Hochspannungsmodule besitzen positiv geladene Abscheideplatten, die durch ein Kreislaufsystem ebenfalls mit Trennmittel umspült werden. Darüber hinaus verlaufen innerhalb des Moduls horizontal zwischen den Abscheideplatten Hochspannungsdrähte. Passieren die noch im Umluftstrom befindlichen Lackpartikel die Hochspannungsdrähte, laden sie sich negativ auf und werden von den positiv geladenen Abscheideplatten angezogen. Auch dort bindet das Trennmittel die Lackpartikel und sie fließen nach unten in die Trennmittelvorlage ab.

Aufgrund der chemischen Zusammensetzung des Trennmittels schließen sich die dort gebundenen Lackpartikel in der Trennmittelwanne zu festen Agglomeraten zusammen, die laut Eisenmann einfach abgetrennt und entsorgt werden können.

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