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Schaeffler/Continental Kritik aus Wolfsburg

| Redakteur: Thomas Weber

Die geplante Übernahme von Continental durch die Schaeffler-Gruppe hat beim Autohersteller Volkswagen für Verärgerung gesorgt.

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Der Vorstand fühle sich vom Vorgehen des Herzogenauracher Familienunternehmens übergangen, berichtete die «Hannoversche Allgemeine Zeitung» in ihrer heutigen Freitagausgabe mit Berufung auf Unternehmenskreise. Als größter Kunde der beiden Zulieferer hätte man erwartet, vorab in die Pläne eingebunden zu werden, verlautete aus Wolfsburg.

Bei Schaeffler sei man von der Verärgerung bei VW kalt erwischt worden, berichtete ein Branchenkenner. Schaeffler-Unternehmenschef Jürgen Geißinger habe sich in Wolfsburg bereits für die Pannen in der Kommunikation entschuldigt. Schaeffler sehe sich selbst als Opfer von Indiskretionen von Seiten der Banken, die für das Unternehmen die Mehrheit an Conti organisieren sollen. Es sei immer das Ziel von Schaeffler gewesen, VW in den Übernahmeprozess einzubinden, hieß es.

Als positives Gegenbeispiel zu der Vorgehensweise Schaefflers wird bei VW die Übernahme der Siemens-Zulieferersparte VDO durch Continental im vergangenen Jahr genannt. Conti-Chef Manfred Wennemer habe während des gesamten Verkaufsprozesses engen Kontakt zur VW-Führung gehalten, hieß es.

Unterdessen hat VW-Chef Martin Winterkorn ein mögliches Zusammengehen der beiden Zulieferer grundsätzlich befürwortet. Winterkorn sagte vor Journalisten in Wolfsburg, er sehe die Entwicklung „insgesamt positiv“. Continental sei in der Elektronik stark, die Schaeffler-Gruppe in der Mechanik. Mit beiden Zulieferern sei VW „hochzufrieden“. Continental liefert für VW unter anderem Einspritzanlagen und ABS-Systeme, Schaeffler Teile für Doppelkupplungen.

Winterkorn warnte aber vor einem langen Kampf um die Macht bei Continental: „Was ich nicht positiv finde, ist, wenn hier ein Machtkampf stattfinden würde wie etwa eine feindliche Übernahme. Das könnte unser Geschäft stören.“ Der VW-Chef fügte hinzu: „Wenn sich da zwei Großkonzerne im Zuliefererbereich ein halbes Jahr lang bekriegen, wer das Sagen hat, da hätte ich schon Probleme mit.“

dpa

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