Elektromobilität Ladesäulen bleiben in deutschen Großstädten knapp

Autor / Redakteur: Holger Holzer/SP-X / Lisa Marie Waschbusch

In deutschen Großstädten eine Lademöglichkeit für das eigene E-Auto zu finden, ist eine echte Herausforderung. In den Metropolen kommt oft nur eine Stromtankstelle auf mehrere tausend Einwohner.

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Elektroautos zu laden, stellt in Deutschland immer noch eine Herausforderung dar: In deutschen Metropolen kommt oft nur eine Stromtankstelle auf mehrere tausend Einwohner.
Elektroautos zu laden, stellt in Deutschland immer noch eine Herausforderung dar: In deutschen Metropolen kommt oft nur eine Stromtankstelle auf mehrere tausend Einwohner.
(Bild: Daimler)

In deutschen Großstädten herrscht weiterhin Ladesäulenknappheit. Vielerorts kommt nur eine Stromtankstelle auf zehntausende Einwohner, wie laut „Süddeutsche Zeitung“ eine Studie des Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen ermittelt hat. Selbst in Elektroauto-Hochburgen wie Stuttgart, Unternehmenssitz von Mercedes und Porsche, teilen sich demnach 2.694 Menschen eine Ladesäule. Zum Vergleich: In der Vorzeigestadt Amsterdam kommt eine Säule auf 650 Einwohner. Insgesamt gibt es in der niederländischen Hauptstadt rund 1.300 Strom-Tankstellen. In den 50 größten deutschen Städten zusammen sind es insgesamt nur knapp 600 mehr.

Stuttgart ist in Deutschland noch der positive Ausreißer. Auf Rang zwei des Städtevergleichs folgt Osnabrück, wo sich bereits 7.113 Einwohnern eine Ladesäule teilen, in Mülheim auf Rang drei ist das Verhältnis 7.935 zu eins. Auch in den Metropolen sieht es nicht besser aus: Berlin hat eine Ladesäule pro 10.597 Einwohner, bei München liegt die Zahl bei 12.868 Einwohnern. Absolutes Schlusslicht unter den 50 größten deutschen Städten ist Solingen, wo auf knapp 159.000 Einwohner drei Ladesäulen kommen – das entspricht einem Verhältnis von 53.000 : 1. Mangels einer einheitlichen Ladesäulen-Liste haben die Wissenschaftler Daten von sechs einschlägigen Webseiten verarbeitet.

Trotz Fördergeldern keine Besserung in Sicht

Eine schnelle Verbesserung der Ladesäulen-Situation in den Städten ist nicht in Sicht. Zwar hat die Bundesregierung 300 Millionen Euro an Fördergeldern für Kommunen und Stromversorger bereitgestellt, doch das reicht höchstens für 15.000 Ladesäulen – also eine pro 5.300 Einwohner. Noch fährt aber auch nur ein sehr kleiner Teil der Bevölkerung ein E-Mobil. Doch dürfte die Zahl gegen Ende des Jahrzehnts deutlich steigen, wenn attraktive neue Modelle auf den Markt kommen und Fahrverbote mindestens im Ausland vielleicht aber auch in den Zentren großer Städte drohen.

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