Neue Modelle Land Rover Discovery Sport: Mehr Premium

Autor / Redakteur: sp-x / Dipl.-Päd. Gerd Steiler

Mit dem Discovery Sport wollen die Briten künftig mehr im Crossover-Segment wildern. Allzu weichgespült, sportlich und luxusorientiert soll der Neue aber auch nicht daherkommen.

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Der neue Land Rover Discovery Sport kommt Ende Februar 2015 auf den deutschen Markt.
Der neue Land Rover Discovery Sport kommt Ende Februar 2015 auf den deutschen Markt.
(Foto: Land Rover)

Land Rover krempelt seine Produktpalette um. Weil der Freelander zuletzt allzu sehr im Schatten des vergleichbar großen Edel-SUV Range Rover Evoque stand, wird er ab dem Frühjahr durch den Discovery Sport ersetzt. Der soll bei ähnlichen Abmessungen mehr Platz und eine edlere Anmutung bieten. Und wieder erfolgreich um die Kunden im boomenden Segment buhlen. Vielleicht haben die Briten ja deswegen für die Weltpremiere den privaten Weltraumbahnhof „Spaceport America“ im US-Bundesstaat New Mexico herausgesucht. Stichwort: Neue Welten erschließen.

Wenn der Wagen am 28. Februar zu den deutschen Händlern rollt, wird es von der Papierform her zunächst aber weniger spektakulär. Mit den Preisen etwa bewegen sich die Briten weder in galaktischen noch Preisbrecher-Sphären: Ab 34.400 Euro ist der 2,2-Liter-Allrad-Diesel mit 110 kW/150 PS (Normverbrauch: 5,7 Liter) zu haben, 41.000 Euro kostet der gleiche Grundmotor mit 140 kW/190 PS (6,0 Liter Verbrauch). Den 177 kW/240 PS starken 2,0-Liter-Benziner gibt es ab 43.350 Euro (Verbrauch: 8,2 Liter). 2016 folgt dann ab 31.900 Euro der frontgetriebene und handgeschaltete 2,2-Liter-Diesel. Alle Motoren verfügen über Stopp-Start-Technik, Direkteinspritzung und Systeme zur Energierückgewinnung.

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Größer als gedacht

Die Aggregate können mit einer ZF-Neunstufenautomatik oder einem Sechsganggetriebe kombiniert werden. Vorderradantrieb, permanenter Allradantrieb und eine „Active Driveline“ genannte Allrad-Zuschaltung sowie viele Zusatzoptionen können den Disco Sport aber auch in Preisregionen treiben, die weit weniger kompakt erscheinen als der Anspruch des Land Rover. Obwohl: So kompakt wie es ist, sieht das SUV zunächst nicht aus.

Was bei der ersten Begegnung mit dem Auto und der Sitzprobe im Innenraum verblüfft: Man könnte schwören, dass dieses Auto deutlich größer als eben jene 4,59 Meter ist - fast vier Zentimeter kürzer als Audis Q5. Dennoch wirkt der Land Rover rundum und auch im Innenraum deutlich größer – dank einer besonders kompakt bauenden neuen Mehrlenker-Hinterachse ist selbst für eine dritte Sitzreihe Platz.

Auch der quer eingebaute Motor und 2,74 Meter Radstand lassen Platz für die Passagiere, vor allem im Fußraum der zweiten Reihe. Manchmal machen aber auch kleine Tricks den Innenraum luftiger, erklärt Chefdesigner Gerry McGovern: „So sind etwa die Lehnen der Vordersitze nach oben verjüngt – das bietet den hinten erhöht sitzenden Passagieren mehr Ausblick.“ Wenn sie sich nicht lieber zurücklehnen mögen: Reihe zwei ist in der Neigung verstellbar sowie nach vorn und hinten zu verschieben.

Premium allerorten

Neben dem Plus beim Platz wollen die Briten aber auch „einen neuen Premium-Anspruch in diesem Segment erfüllen“, so McGovern. Da punktet etwa das lederbezogene Armaturenbrett in der Topversion oder die Tasten aus kühlem Metall, die so satt klackend einrasten, wie das sonst eher ein Ingolstädter Markenzeichen ist.

Von außen bietet der Discovery Sport nach wie vor typische Design-Elemente wie die großen Fensterflächen und die bullige Front – die erstmals in dieser Klasse auch einen Fußgänger-Airbag beheimatet. Das gibt Punkte in der Crashtest-Wertung – und bei den Sympathiewerten der Stadtbevölkerung. „Der Discovery ist und bleibt ein Abenteurer – aber wir wissen natürlich, dass immer mehr Menschen so was nur in den Metropolen bewegen“ sagt McGovern.

Die klassischen Stilelemente sollen traditionsbewusste Kunden der Marke halten. Die ansteigende Fensterlinie à la Range Rover Evoque macht den Wagen aber sportlicher als seinen Vorgänger; hier zielt Land Rover auf Eroberungen bei BMW oder Audi ab, so McGovern. Premium-Ambiente und Platz für die Großfamilie gleichzeitig – das bieten die deutschen Rivalen in dieser Klasse eben noch nicht. Mit deren Armada an Assistenzsystemen zum automatischen Halten der Spur, des Abstandes, selbsttätigen Notbremsen oder dem Einparken halten die Briten jetzt auch Schritt.

Hoher Nutzwert

Die gründlich überarbeitete Technik ist damit Maßstab für die anstehende Runderneuerung aller Land-Rover-Modelle – deren Blaupause das „Sport“-Modell ist. Geländewagen-Sitzposition, Komfort, Nutzwert und Flexibilität sind wichtig. Die Ladekante ist besonders niedrig, in den hinteren Türen ist Platz für fast 14 Liter Krimskrams. Es geht eben auch darum, Crossover-Kunden zu begeistern, die aus Kombis oder Familien-Vans in das SUV wechselt.

Als klassischer Land Rover hat sich der Discovery Sport zwar vor der Marktreife zwischen minus 36 Grad Celsius und plus 42 Grad Celsius bewährt, 40 Grad steile Steigungen erklommen und 45 Grad Neigung hinabgestürzt und durch 60 Zentimeter tiefe Wasserläufe gepflügt. Aber der neue Land Rover hat eben auch Head-Up-Display, W-Lan-Hotspot, einen Achtzoll-Touchscreen, vier 12-Volt-Anschlüsse und sechs USB-Ladebuchsen. Und das dürfte den Buschdoktor im Serengeti wohl weniger begeistern als seinen Kollegen Zahnarzt in der Düsseldorfer City. Sieht danach aus, als ob der Discovery die Herzen beider erobern könnte.

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