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OEM Landwind kopiert den Range Rover Evoque

| Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Grimm, Andree Stachowski

Einmal mehr sorgt ein chinesischer Hersteller auf einer Heimatmesse für Aufsehen. In Guangzhou ist eine recht unverfrorene Kopie des Range Rover Evoque zu sehen.

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Das neue Landwind-Produkt, der X7, gleicht doch sehr dem Land Rover Evoque.
Das neue Landwind-Produkt, der X7, gleicht doch sehr dem Land Rover Evoque.
(Foto: Landwind)

Die Kopier-Wut der chinesischen Automobilhersteller schien zuletzt etwas nachgelassen zu haben. Auf der Guangzhou Motor Show hat nun aber wieder ein besonders dreister Fall von Doppelgängertum für Aufregung gesorgt. Urheber des Plagiats ist ein Automobilhersteller, der bereits mehrfach und aus unterschiedlichen Gründen für Schlagzeilen sorgte: Landwind.

In der südchinesischen Metropole Guangzhou (Kanton) stehen Original und Fälschung Wand an Wand: Während Range Rover auf der dortigen Automesse die Premiere des gemeinsam mit dem lokalen Hersteller Chery gebauten Evoque feiert, präsentiert Landwind eine Halle weiter eine nahezu identische Kopie des edlen Kompakt-SUV. In einer Pressemitteilung gesteht Landwind durchaus ein, dass das SUV in einigen Teilen an ein Modell einer ausländischen Luxusmarke erinnere. Die Details seien aber gründlich im Landwind-Stil überarbeitet worden.

Die Unterschiede muss man suchen: Der Landwind X7 ist fünf Zentimeter länger, gleicht dem britischen Vorbild ansonsten aber äußerlich doch wie ein Ei dem anderen. Der Landwind hat die gleiche bullige Front, die identischen abgesetzten Kotflügel, der Verlauf des schwebend wirkenden Daches scheint exakt nachmodelliert. Auch im Innenraum haben sich die Chinesen mehr als nur inspirieren lassen und das Cockpit originalgetreu nachgebaut, lediglich einen etwas größeren Touchscreen montiert. Einziges verlässliches optisches Identifizierungsmerkmal ist daher das Logo der Jiangling-Motors-Tochter, das das „Land Rover“-Markanzeichen ersetzt.

Erhebliche preisliche Unterschiede

Jenseits des Designs gibt es dann aber doch auch handfeste Unterschiede. Der wichtigste ist der Preis. Während der Evoque in China umgerechnet mehr als 50.000 Euro kostet, gibt es den X7 bereits für knapp 18.000 Euro. Und wo beim Range Rover ein mindestens 177 kW/240 PS starker Motor über eine Neungangautomatik alle vier Räder antreibt, werkeln im Landwind 140 kW/190 PS an einer Achtgang-Automatik.

Landwind ist in Deutschland nicht unbekannt. 2006 hatte erstmals der niederländische Importeur LWMC Europe BV versucht, auf dem europäischen Markt Fuß zu fassen. Der angebotene Geländewagen versagte in Crashtest aber derart, dass sich die Marke mangels Käufervertrauen bald wieder zurückzog. Ein weiterer Anlauf im Jahr 2011 mit dem Familien-Van CV9 war etwas erfolgreicher – immerhin gab es zwei von fünf Sternen. Nennenswerte Stückzahlen gelangen trotzdem nicht.

Der Versuch, in Deutschland ein Händlernetz aufzubauen, endete im Sommer 2011 mit dem Tod der Netzbeauftragten Joachim Getz. Derzeit verzeichnet die Webseite der LWMC Europe BV sechs Händler für Deutschland, die aber quasi nichts verkaufen. Neben dem CV9, den der niederländische Importeur zu Preisen ab 10.920 Euro (netto) anbietet, waren noch weitere Modelle angekündigt, die jedoch nicht kamen.

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