Motorsport Engineering Le Mans: Drei Hybrid-Werksteams kämpfen um den Sieg

Autor / Redakteur: Harald Gallinis / Wolfgang Sievernich

In diesem Jahr kämpfen in Le Mans die Werksteams von Audi, Porsche und Toyoat um den Sieg. Neu dabei ist auch Nissan mit einem Frontmotor und Frontantriebs-Konzept, aber zu wenig Entwicklungszeit. Wir stellen die Top-Klasse vor.

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Acht Werkswagen von Audi, Porsche und Toyota sind auf Sieg gesetzt. Dazu kommt Nissan mit drei weiteren LMP1, die aber aufgrund elementaren Entwicklungsrückstands Le Mans als Test für das Gesamtfahrzeug ansehen.
Acht Werkswagen von Audi, Porsche und Toyota sind auf Sieg gesetzt. Dazu kommt Nissan mit drei weiteren LMP1, die aber aufgrund elementaren Entwicklungsrückstands Le Mans als Test für das Gesamtfahrzeug ansehen.
(Foto: Porsche)

Am kommenden Wochenende steht das 83. 24-Stunden-Rennen von Le Mans auf dem legendären Circuit de la Sarthe an. Die Werksteams von Audi, Nissan, Porsche und Toyota treten in der LMP1-Klasse, der höchsten Sportprototypenklasse mit Hybrid-Power gegeneinander an. Dazu werden in diesem Jahr auch die privat finanzierten Teams des deutschen Kolles-Rennstalls und dem Schweizer Rebellion Racing Teams um Platzierungen und Prestige kämpfen.

Audi und Porsche mit je drei Wagen

Bei den Werkswagen treten bei Porsche und Audi je drei Porsche 919 Hybrid sowie Audi R18 e-tron Quattro, drei Nissan GT-R LM Nismo und zwei Toyota 040 LMP1 gegeneinander an. Dazu kommen zwei Rebellion Racing Oreca-AER R-One und ein byKolles CLM-AER LMP1 dazu. Insgesamt ein ansehnliches Feld von 14 LMP1 die in der kommenden Woche um die Krone streiten werden. So viele standen seit 2011 (17 LMP1) nicht mehr am Start.

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Zweiklassengesellschaft

Obwohl die Wagen nun in dieser Saison nominell als LMP1 nur noch in einer Klasse antreten (die Unterscheidung zwischen Hybrid und Nicht-Hybrid aus dem Vorjahr ist passé) darf man doch von einer Zweiklassen-Gesellschaft sprechen: Auf der einen Seite die Werksprojekte von Toyota, Porsche und dem Audi Sport Team Joest - und auf der anderen Seite Rebellion Racing, Kolles und Nissan.

Nissan mit Entwicklungsrückstand

Doch das amerikanisch/japanische Team dürfte in diesem Jahr nur eine Randnotiz spielen, gilt der LMP1 nach dem Wegfall des Hybrid- und Allradantriebs jetzige Frontantriebs-Prototyp mit knapp 600 PS als unausgereift und mit erheblichem Testrückstand auch als Ausfallkandidat Nummer 1. Zeiten unter 3:40 Min wären für das skurrile Gefährt schon ein erster Teilerfolg, wobei selbst die private Konkurrenz von Rebellion Racing und Kolles dem nur ein müdes Lächeln abgewinnen könnten. Die beiden Privatteams starten beide mit demselben britischen AER P60 V6 GDI Bi-Turbo-Motor, der schon als inoffizieller Spec-Motor für private LMP1-Projekte der Zukunft gehandelt wird. ByKolles hat zwar in der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft nominell mehr Kilometer absolviert als die Rebellion-Mannschaft, kann aber aufgrund andauernder Ausfälle ihrer Übergangskonstruktionen noch kein zählbares Ergebnis vorweisen.

Porsche setzt auf mehr Abtrieb in schnellen Kurven

Womit wir zu den Hybrid-Werksmannschaften kommen: Porsche und Audi sind nach dem Testtag die beiden Favoriten auf den Gesamtsieg. Toyota hat schon bei den vergangenen beiden Läufen in Spa-Francorchamps und Silverstone einen Entwicklungsbudget bedingten Speednachteil auf die beiden deutschen Herstellerteams erkennen lassen. Ob man somit noch einmal einen Angriff auf den Gesamtsieg – so wie im vergangenen Jahr – lancieren kann ist fraglich. Porsche hat seinen leichten Topspeed-Vorteil gegenüber Audi zugunsten von mehr Abtrieb auf den schnellen Kurvensektionen geopfert. Jedoch dürfte über allen beim Testtag gezeigten Performances noch ein Fragezeichen stehen – Stichwort „Sandbagging“.

Sprint statt Langstreckenrennen

Tatsache ist: Während die GTE-Pro, -Am und LMP2 gegenüber den Zeiten im letzten Jahr aufgrund der Wetterverhältnisse vier bis fünf Sekunden langsamer als im Qualifying waren, hielten die LMP1 mit den Qualifying-Zeiten 2014 mit. Trainingszeiten von 3:17 Min bis gar 3:16 Min dürften in diesem Jahr also nicht unrealistisch sein. Damit würde man noch unter dem Niveau des Rekordrennens von 2010 agieren als Bernhardt/Dumas/Rockenfeller den 49 Jahre alten Distanzrekord einstellten. Mehr Tempo bedeutet aber auch mehr Energie, die beim Abkommen von der Strecke abgebaut werden muss. Loic Duval hatte im vergangenen Jahr bei seinem Horrorcrash im Karting Complex eindrucksvoll demonstriert wie das aussehen kann. Der Franzose entkam angesichts eines durch die Betonmauern geknackten Monocoques nur mit Glück schlimmeren Verletzungen. Man muss hoffen das die enge Jagd nach dem Gesamtsieg die zwischen den drei großen Werksteams mit ihren acht Autos zu erwarten ist, nicht die auf der Strecke geforderte Umsicht vermissen lässt.

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