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Nissan Leaf startet Anfang 2012

| Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Vera Scheid

Nissan hält an seinen Wachstumszielen für Deutschland fest. Das breite Modellangebot soll für drei Prozent Marktanteil sorgen. Ab dem Frühjahr wird das Vollelektrofahrzeug Leaf seinen Anteil daran haben.

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Nissan Center Europe (NCE) rüstet sich für die elektrifizierte Mobilität. Das bereits in Teilen Europas erhältliche Elektroauto Leaf soll ab Februar seinen Teil zum geplanten Zulassungsplus der Marke in Deutschland beitragen. Nissan werde mit diesem Schritt zwar keine ausgewiesene Elektromarke, sagte Deutschland-Geschäftsführer Vincent Wijnen bei einem Pressegespräch in Köln. Der Importeur könne hinsichtlich des Elektrofahrzeugs „aber nicht mehr länger warten“. Bisher hatte Nissan mit Verweis auf die fehlende E-Auto-Förderung hierzulande das Auto nicht angeboten.

Zu Beginn werden etwa 15 Händler in Großstädten und Ballungszentren das Elektroauto anbieten, das etwa 35.000 Euro kosten soll. Nissan rechnet allerdings damit, dass die Kunden den Leaf vor allem leasen, insbesondere da der Importeur den Restwert des Fahrzeugs absichern wird. Voraussetzungen für den Leaf-Vertrieb sind eine Schnellladestation beim Händler, diverse Spezialwerkzeuge und ein spezielles Verkäufertraining.

„Ein Leaf muss für den Kunden praktikabel sein“, betonte Wijnen. Der Verkäufer müsse daher die persönlichen Umstände des Kunden ermitteln, sich um seine Bedürfnisse kümmern. Wie diese Beratungsleistung des Händlers honoriert wird, muss sich noch zeigen, zur Händlermarge für den Leaf machen die NCE-Verantwortlichen derzeit keine Angaben. Der Verkauf werde sich lohnen, ist zwischen den Zeilen herauszulesen, wenn er ohne nennenswerte Nachlässe verkauft wird.

Micra zieht Privatkundenanteil nach unten

Neben den Privatkunden richtet sich der Leaf nicht zuletzt an Flottenkunden, die ein wesentlicher Bestandteil der Wachstumsstrategie von Vertriebsdirektor Steffen Cost sind. Während der Privatmarkt für Nissan in Deutschland zuletzt leicht rückläufig war, hat der Absatz an Autovermieter und Flottenbetreiber zugelegt. In diesen Segmenten ist Nissan bisher deutlich unterrepräsentiert.

Ein Grund für den Rückgang im Privatkundenbereich ist der Micra, dessen im März gestartete Neuauflage bisher erst 15 Prozent der Nissan-Neuzulassungen ausmacht. Beim Vorgängermodell waren es an die 30 Prozent gewesen. „Der Micra läuft noch nicht rund, aber mit einer vernünftigen Verkaufsförderung ist mehr drin“, ist Cost überzeugt. Eine Rückkehr zu einer Push-Strategie oder vermehrten Tageszulassungen werde es aber nicht geben, verdeutlichte Geschäftsführer Wijnen: „Wir machen das Auto jetzt nicht kaputt.“

Händlernetzrendite steigt weiter

Trotz der Konjunkturabschwächung hält er an 70.000 Neuzulassungen als Ziel für das bis März 2012 laufende Geschäftsjahr fest, die noch sein Vorgänger Andreas Gabriel im März verkündet hatte. 2013 soll der Marktanteil dann drei Prozent erreichen. Dazu will NCE in diesem und im kommenden Jahr weiter Open Points besetzen - 40 bis 50 neue Standorte stehen auf der Agenda von Netzentwickler Heiner Prümper ganz oben. Einen weiteren Absatzschub sollen dann 2013 neue Modelle bringen - unter anderem ein rein elektrisch betriebenes Transportermodell.

Interessenten für einen Nissan-Händlervertrag sind Prümper zufolge ausreichend vorhanden. Die gute Händlernetzrendite, die Cost zufolge bei rund drei Prozent liegt, lockt nicht zuletzt Investoren aus den eigenen Reihen. „Unsere Händler investieren, weil die Renditen steigen und Vertrauen da ist“, so der Vertriebsdirektor. Standorte besetzt haben bestehende Vertriebspartner zumindest in München, Nürnberg und Berlin. In Stuttgart und Frankfurt sind „interne Lösungen“ in Vorbereitung.

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