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Leichtbau-Gipfel 2016 Leichtbau durch konstruktive Neuausrichtung

| Redakteur: Wolfgang Sievernich

Für Dr. Ing. Hans Willi Raedt von der Initiative Massiver Leichtbau ist weniger ein spezieller Werkstoff für den Leichtbau im Fahrzeug verantwortlich, als mehr die konsequente Neukonstruktion aller Bauteile und das Ergebnis im Ganzen.

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Dr. Ing. Hans Willi Raedt stellte auf dem Leichtbau-Gipfel 2016 die konstruktiven Vorteile zum Leichtbau für Antriebs- und Fahrwerkskomponenten bei Nutzfahrzeugen hervor.
Dr. Ing. Hans Willi Raedt stellte auf dem Leichtbau-Gipfel 2016 die konstruktiven Vorteile zum Leichtbau für Antriebs- und Fahrwerkskomponenten bei Nutzfahrzeugen hervor.
(Foto: Stefan Bausewein)

Die Initiative Massiver Leichtbau forscht seit Jahren an der Materialreduktion im Fahrzeug. Dr. Ing. Hans-Willi Raedt der Hirschvogel Automotive erklärte auf dem Leichtbau-Gipfel 2016, dass heute mit nahezu jedem Werkstoff Leichtbau im Fahrzeug möglich sei. Voraussetzung sei allerdings die konsequente Neukonstruktion der Bauteile. In der Phase 2 der Initiative Leichtbau hat sich das Forschungsteam ein leichtes Nutzfahrzeug vorgenommen, bei dem im Antriebsstrang und Fahrwerk diverse Bauteile neu überdacht wurden. So wurden 99 Kilogramm Gewicht analysiert und durch neue Konstruktionen oder auch Materialanwendungen ersetzt. Dabei fanden die Techniker sowohl beim kleinsten Bauteil, einer Stahlmutter, durch eine neue Geometrie und dem Einsatz von bainitischem Stahl 30 Prozent Gewichtsvorteil, als auch bei Lagerteilen durch bionisch optimierten Aluminum-Schmiedekomponenten satte 161 Prozent.

Alle Bauteile auf dem Prüfstand

Nahezu jedes Bauteil aus Fahrwerk und Antrieb wurde ins Auge genommen. Dabei analysierten die Techniker nach Leichtbaupotenzial, Kosten und Umsetzungsaufwand sowohl einfach zu erzielende Erfolge, als auch schwierige Bauteile. Weniger der Fokus auf einen ganz bestimmten Leichtbauwerkstoff würde den Erfolg bringen, als vielmehr der Nutzen des ganzen Portfolios an Möglichkeiten.

„Gewicht und Geld sparen gleichzeitig“ lautet die Devise von Raedt. Wichtig sei nur eine konsequente Berechnung aller Teile, die nicht immer die vorderhand einfachste Lösung als die zielführendste sieht. „Ein 300 Gramm leichteres Common-Rail Bauteil kann auch trotz leicht erhöhter Werkzeugkosten kostengünstiger sein, wenn es Millionenfach gefertigt wird.“

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