Ford

Leichtbau für die Großserie

13.03.2012 | Redakteur: Christian Otto

Die CO2-Emissionen zu senken, ist ein wesentlicher Teil der Strategie von Ford. Leichtbau gilt dabei für Dr. Jürgen Wesemann, Manager Vehicle Technologies & Materials und Technischer Leiter Material-Strategien im Bereich Forschung und Vorentwicklung bei Ford Europe, als wichtige Technologie.

Eine wesentliche Frage von Ford formuliert Wesemann so: „Wie weit müssen wir unsere CO2-Emission verringern?“ Der OEM hat eine klare Zielvorgabe: Bis 2020 soll die Emission von Neufahrzeugen um 30 Prozent gesenkt werden. Um den CO2-Ausstoß zu mindern, bieten sich verschiedene Technologien an. Leichtbau ist dabei eine Möglichkeit, die auch Ford nutzt. Doch Wesemann sieht auch Grenzen: „Weniger Gewicht heißt in vielen Fällen auch mehr Kosten. Ziel ist es nicht das Gewicht maximal zu verringern. Ziel ist es CO2 zu verringern.“

Die beste Lösung auf dem Weg zu diesem Ziel hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Gesetzliche Regelungen in den verschiedenen Märkten, wirtschaftliche Überlegungen, Kundenwünsche und eben auch die genutzten Technologie müssen abgewogen werden. So ergibt sich laut Wesemann die profitabelste Alternative. Leichtbau hat sich trotz der bestehenden Anforderungen unterschiedlicher Regionen als ein Unternehmensziel herauskristallisiert: „Unabhängig von der Region ist die Gewichtsreduktion ein wesentlicher Bestandteil im Bestreben, den CO2-Ausstoß zu senken. Es ist nicht die einzige Lösung, aber wir verfolgen sie.“. Konkret sollen je nach Modell und Region 250 bis 750 Pfund eingespart werden.

Serienabhängige Lösungen

Ford muss den Umfang seiner Leichtbaulösungen auch auf die jeweilige Fertigungsgröße abstimmen. So ist der bei Kleinserien genutzte Aufwand, wie beim Ford GT mit insgesamt 4.000 Fahrzeugen, nicht auf die Großserie übertragbar. Selbst technische Lösungen bei mittleren Stückzahlen, wie dem gewichtsreduzierten Kotflügel beim Ford Kuga, sind für die Großserie zu kostenintensiv: „Es rechnet sich beim Kuga, weil die Zahlen überschaubar sind. Die variablen Kosten sind aber sehr hoch. Deshalb ist das Teil im Kuga und nicht im Ford Focus“, erklärt Wesemann. Trotzdem habe auch in der Großserie der Anteil von Leichtbaukomponenten stark zugenommen.

Zukünftig auch Naturfaserwerkstoffe

Naturfaser-Polypropylen, Sisal und Hanf sind leichte Werkstoffe mit denen Ford schon arbeitet. Insbesondere in Karosserie und Innenraum sollen sie Gewicht einsparen: „Wir sehen ein hohes Potenzial für die Naturfasern. Die Gewichtsreduktion liegt zwischen zwei bis acht Prozent. Ihr Einsatz in der Großserie ist zukünftig sehr wahrscheinlich.“

Neben der Karosserie spart Ford auch Gewicht beim Fahrwerk und den Motoren. Beim Motoren-Leichtbau setzen die Ingenieure stärker auf Grauguss statt auf Aluminium als Zylinderblockwerkstoff. Wesemann begründet diese Entwicklung: „Es gibt kaum Unterschiede zwischen Grauguss und Aluminium beim Motorengewicht. Ansonsten überwiegen aber die Vorteile des Grauguss.“ So wärmen Grauguss-Motoren schneller auf, haben einen geringeren Ölbedarf der Hauptlager und kosten weniger.

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