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Leichtbau-Gipfel 2015 Leichtbau: Jetzt richtig investieren!

| Redakteur: Thomas Günnel

„Das richtige Material muss an die richtige Stelle“, eröffnete Rebecca Hitch, Jaguar Land Rover Limited, mit ihrer Keynote den Leichtbau-Gipfel der Fachzeitschrift „Automobil Industrie“ in Würzburg. Ein Rückblick.

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Bereits zum vierten Mal fand im Würzburger Vogel Convention Center der Leichtbau-Gipfel statt.
Bereits zum vierten Mal fand im Würzburger Vogel Convention Center der Leichtbau-Gipfel statt.
(Foto: Stefan Bausewein)

Die diesjährige Veranstaltung, die unter dem Motto „Jetzt richtig in Leichtbau investieren“ stattfand, bringt jährlich OEMs, Lieferanten, Dienstleister und Anlagenbauer zusammen. Hitch wies auf die alle OEMs betreffenden CO2-Ziele hin, die ein Treiber des Leichtbaus sind. Gerade das Fahrzeuggewicht sei bei der CO2-Senkung anzugehen. „Jaguar Land Rover ist ein großer Nutzer von Aluminium“, sagte Hitch, Advanced Body Technologie Manager, jedoch sei dies kein neuer Trend. Als erfolgreiches Beispiel diente Hitch der Range Rover, der zum Vorgängermodell durch den Einsatz von Aluminium über 400 Kilogramm einsparen konnte. Dabei kam trotzdem ein Materialmix zum Einsatz, um dem Fahrzeug die nötige Stabilität zu geben. Der OEM allein kann das aber nicht leisten: „Die Zulieferer sind die Experten und wir bringen dann alles zusammen“, erklärte Hitch. Vor allem kosteneffektive Lösungen seien dabei erwünscht. Außerdem wünsche man sich Ansätze von Zuliefererseite, bei denen Aluminium besser mit Stahl zusammenwirke.

Leichtbau-Gipfel 2015: Impressionen
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Noch leichter mit Carbon

Um noch mehr Gewicht einzusparen, sei der Einsatz von Carbon notwendig. Noch stehen die Kosten dem entgegen und lassen den Einsatz nur in kleinen Umfängen zu. Sparte Jaguar Land Rover beim Übergang von Stahl auf Aluminium noch 40 Prozent Gewicht ein und musste dafür mit doppelten Kosten kalkulieren, brächte der Großeinsatz von Carbon eine Verzehnfachung der Kosten bei erneut 30 Prozent weniger Gewicht gegenüber Aluminium. „An diesen Kosten muss man arbeiten“, verdeutlichte Hitch.

Fachsessions und Diskussionen

In Fachsessions erörtern die Teilnehmer leichtbauorientierten Automobilbau im Detail nach Ihren Interessen. Referenten von Daimler, BMW, Altair oder ThyssenKrupp Steel Europe gingen auf die jeweiligen Herausforderungen für ihre Unternehmen auf dem Gebiet Leichtbau ein. Die Diskussionsrunde beschäftigte sich damit, „Wie Sie in Leichtbau richtig investieren“. Franz Storkenmaier von BMW stellte fest, dass in den vergangenen fünf Jahren eine Trendumkehr stattgefunden hat: „Fahrzeuge werden in großer Breite wieder leichter als ihre Vorgänger.“ Die Anforderungen seien indes nicht kleiner geworden – die Zulieferindustrie und die OEMs arbeiteten massiv an dem Thema. Das Bewusstsein, effizient mit den Ressourcen und CO2 am Fahrzeug umzugehen, habe stark zugenommen.

Dem pflichtete auch Dr. Jürgen Wesemann, Ford Research & Advanced Engineering, bei. „Diese Einstellung hat etwa ab dem Jahr 2010 an Bedeutung gewonnen. Jetzt sieht man, dass sie Früchte trägt. Nachfolgemodelle werden trotz höherem Komfort und gestiegener Sicherheit nicht schwerer oder teilweise sogar leichter.“ Dr. Christina Hack, Brose Fahrzeugteile, ergänzte, dass die Sensibilität gegenüber Leichtbau gewachsen sei – vor allem die Erkenntnis, dass Leichtbau kein Ersatz von Werkstoff A durch Werkstoff B mit geringerer Dichte ist. Es gehört dazu, die richtigen Verfahren anzuwenden, um mindestens die Funktionalität der Vorgängerbauteile zu erreichen.“

Umfangreiches Rahmenprogramm

Der moderierte Rundgang durch den Ausstellungsbereich „Leichtbau City“ mit dem „Leichtbau Campus“ brachte Teilnehmer und Partner aus Industrie, Entwicklung und Forschung zusammen. Vorträge namhafter OEMs, Lieferanten, Dienstleister und Anlagenbauer gaben zudem detaillierte Einblicke in die gesamte Wertschöpfungskette. Bei dem neu geschaffenen Treffpunkt „Meet & Talk“ konnten sich die Experten „face-to-face“ austauschen.

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