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Camisma Leichtbaukonzept mit faserverstärkten Kunststoffen

| Redakteur: Bernd Otterbach

Johnson Controls entwickelt ein neuartiges Leichtbaukonzept, das Stähle und Leichtmetalle im Fahrzeugbau ersetzen soll. Partner beim Projekt mit Namen Camisma sind Evonik, Jacob PlasticsH, Toho Tenax Europe und die RWTH Aachen.

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Camisma (Carbonfaser-, Amid-, Metall-basiertes Innenstruktur-Bauteil im Multimaterialsystem-Ansatz) wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und gehört zum Rahmenprogramm „Werkstoffinnovationen für Industrie und Gesellschaft“. Die Aktivitäten starteten Ende April und sind zunächst auf drei Jahre angelegt.

Im Fokus des Projekts stehen sogenannte Multimaterialsysteme unter Beteiligung von faserverstärkte Kunststoffe (FVK), insbesondere auf Basis von Kohlenstofffasern. Dabei soll eine wirtschaftliche Serienproduktion untersucht werden, da die zeitintensive Herstellung von Bauteilen aus FVK bislang nicht mit den üblichen Blechumformverfahren konkurrieren kann. „Wir planen hier kurze Taktzeiten, die auch eine Großserienproduktion wirtschaftlich ermöglichen“, sagt Dr. Matthias Berghahn, Leiter der Entwicklungslinie Energieeffizienz Kundenlösungen im Science-to-Business Center Eco² bei Evonik.

Anbindung von FVK-Bauteilen an die metallbasierte Fahrzeugstruktur

Neben dem Zugang zu preiswerten kohlenstofffaserverstärkten Materialsystemen steht auch die Anbindung von FVK-Bauteilen an die metallbasierte Fahrzeugstruktur im Blickpunkt der Unternehmen. Um die Machbarkeit dieses Konzepts zu belegen, wird zum Beispiel eine Autositz-Lehnenstruktur als Funktionsmuster entwickelt, gefertigt und getestet. Ziel ist es, insgesamt mehr als 40 Prozent des Gewichts im Vergleich zu herkömmlichen, metallbasierten Konstruktionen einzusparen.

Vor kurzem hatte Johnson Controls eine serienreife Hybridversion einer Rücksitz-Lehnenstruktur vorgestellt, die mit einem Klebeverfahren Stahl- und Aluminium-Elemente verbindet. „Dank dieser Bauweise konnten wir das Gewicht gegenüber der herkömmlichen Bauweiseaus Stahl bereits um über 30 Prozent senken“, sagte Dr. Andreas Eppinger, Vice President Technology Management bei Johnson Controls Automotive Experience in Burscheid. „Dennoch forschen wir gemeinsam mit unseren Partnern intensiv an der Implementierung alternativer, noch leichterer Materialien.“

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