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Zulieferer Leoni: Auftragsflut als Fluch

| Redakteur: Christian Otto

Außerplanmäßige Mehrkosten im Bordnetzbereich belasten das Quartalsergebnis des Zulieferers. Gestern hatte man sich schon einvernehmlich vom bisherigen Vorstand dieses Bereiches, Dr. Andreas Brand, getrennt.

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Die hohe Nachfrage nach Bordnetzen wird für Leoni zum Problem.
Die hohe Nachfrage nach Bordnetzen wird für Leoni zum Problem.
(Foto: Leoni)

Leoni präsentierte heute seine Zahlen für das 3. Quartal 2015 und vermeldete zumindest für den Konzernumsatz, gemessen am entsprechenden Vorjahreszeitraum, eine Steigerung um rund 10

Prozent auf rund 1.1 Milliarden Euro.

Allerdings müssen die Nürnberger gleichzeitig konzernweit für das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) einen Rückgang um rund 14 Prozent auf 29,8 Millionen Euro (Vorjahr: 34,7 Millionen Euro) verkraften. Leoni begründet diese negative Entwicklung mit überraschend hohen Belastungen im Unternehmensbereich Wiring Systems. Dessen Vorstand Dr. Andreas Brand hatte sich gestern „einvernehmlich“ vom Unternehmen verabschiedet, wohl gerade wegen dieser schwierigen Situation im von ihm verantworteten Geschäftsfeld.

Paradoxe Situation

Leoni ist in einer paradoxen Situation: Die eigentlich sehr gute Auftragslage im Bordnetzbereich belastet das Gesamtunternehmen. Als wesentliche Gründe für die Schwierigkeiten nennt der Zulieferer beschleunigte und komplexere Anläufe von neuen Projekten. Diese würden sich laut Leoni dadurch ergeben, dass die Kunden ihre Abrufe kurzfristig erhöhten und umfangreichere

Kabelsätze orderten als geplant.

Was sich wie eine positive Entwicklung liest, bringt den Franken erhebliche, außerplanmäßige Mehrkosten und ineffiziente Abläufe in der Bordnetzsparte. Der Zulieferer räumt hierbei auch ein, dass die Defizite länger anhaltende Belastungen nach sich ziehen werden.

Teure personelle Engpässe

Als konkretes Beispiel führte Leoni die personellen Engpässe am rumänischen Standort an, die den Zulieferer aufgrund der vor Ort vorherrschenden Vollbeschäftigung dazu zwang, den zusätzlichen Personalbedarf aus anderen Ländern und mit Leasingkräften zu decken. Das ergibt einen Teil der Mehrkosten.

Trotz dieser angespannten Situation hebt Leoni die Umsatzprognose in seiner Mitteilung aber von 4,3 auf 4,4 Milliarden Euro für das laufende Jahr an. Beim EBIT will man den Wert von 130 Millionen Euro erreichen.

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