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Zulieferer Leoni gibt Gewinnwarnung aus

| Redakteur: Christian Otto

Der fränkische Kabelspezialist gab unter anderem höhere Belastungen im Bordnetz-Segment als Grund für die Korrekturen an. Ein Maßnahmenpaket soll helfen. Die Leoni-Aktie ging auf Talfahrt.

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Leoni sprach eine Gewinnwarnung für 2015 und 2016 aus. Unter anderem trüben die Geschäftsentwicklungen in China die Erwartungen ein.
Leoni sprach eine Gewinnwarnung für 2015 und 2016 aus. Unter anderem trüben die Geschäftsentwicklungen in China die Erwartungen ein.
(Foto: Leoni)

Leoni hat eine drastische Gewinnwarnung ausgegeben. So stellten die Nürnberger nach einem soliden zweiten Quartal unerwartet eine rückläufige Gewinnentwicklung im dritten Quartal fest. In diesem Zeitraum fällt laut dem Unternehmen das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) mit circa 30 Millionen Euro deutlich schwächer aus als angenommen.

Als Grund für diesen Einbruch führt der Zulieferer überraschend starke Belastungen im Bordnetz-Segment an. Konkret hätten hier beschleunigte Hochläufe komplexer Projekte in Verbindung mit unerwartet angehobenen Stückzahlen zu vermehrten Aufwendungen und einer verminderten Effizienz geführt. Zusätzlich belastete die vorzeitige Beendigung margenstarker Projekte das Ergebnis. Leoni räumte auch ein, dass eingeleitete Strukturmaßnahmen noch nicht ausreichend greifen.

Ziele für 2015 und 2016 kassiert

Für das vierte Quartal gehen die Unternehmensverantwortlichen davon aus, dass die schwächere Performance im Bordnetz-Segment das Ergebnis weiterhin belasten wird. Das für 2015 prognostizierte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 200 Millionen Euro wurde deshalb von Leoni kassiert. Beim Konzernumsatz rechnet der Kabel-Spezialist mit einem gleichbleibenden Niveau von rund 4,3 Milliarden Euro.

Und auch für 2016 nimmt Leoni das ausgegebene Ziel zurück. Das Unternehmen sieht die Geschäftsaussichten unter anderem durch verschlechterte wirtschaftliche Rahmenbedingungen in China und Russland und damit verbundene Nachfragerückgänge eingetrübt. Für den Umsatz rechnet man deshalb eher mit 4,6 statt der erwarteten 4,8 Milliarden Euro und auch die Profitabilität und EBIT-Marge dürften schwächer ausfallen.

Arbeit an Maßnahmenpaket

Leoni ließ aber verlauten, dass man derzeit an einem Maßnahmenpaket arbeite, das die

angestrebte Profitabilität des Bordnetz-Segments gewährleisten soll. Trotzdem brachen die Aktien des MDax -Konzerns vorbörslich schon um knapp 16 Prozent ein. Allerdings kommt die gesenkte Prognose nicht ganz überraschen, da der neue Leoni-Vorstandschef Dieter Bellé bereits Mitte August den Konzern aufgrund einer schwächeren Autonachfrage in China auf schwierigere Zeiten eingestimmt und Mitte September das Umsatzziel für 2016 gesenkt hatte.

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