Zulieferer Leoni senkt Prognose wegen Ukraine-Krieg

Von Andreas Wehner

Der Kabelspezialist hat zwei Werke in der Ukraine. Die Produktionsunterbrechungen dort wird Leoni wohl 2022 nicht komplett kompensieren können.

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Leoni kann die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine noch nicht einschätzen.
Leoni kann die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine noch nicht einschätzen.
(Bild: Leoni)

Leoni rechnet aufgrund des Krieges in der Ukraine mit deutlichen wirtschaftlichen Auswirkungen und passt seine Prognose an. Wie der Kabelspezialist am Montag (14. März) mitteilte, erwarte der Vorstand für 2022 einen niedrigeren Umsatz, ein niedrigeres Ebit vor Sondereffekten und einen niedrigeren Free Cashflow im Vergleich zur bisherigen Prognose.

Eine verlässliche Quantifizierung der direkten und indirekten Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf das Geschäftsjahr 2022 sei aufgrund der hohen Unsicherheit zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. Die Prognosefähigkeit sei wesentlich beeinträchtigt.

Zwei Standorte in der Ukraine

Das Unternehmen hat zwei Standorte in der Ukraine. Die reduzierten Produktionsvolumina und Produktionsausfälle können nach Einschätzung des Leoni-Vorstands in diesem Jahr nicht vollumfänglich aufgefangen werden. Das Russland-Geschäft des Konzerns sei zudem von Sanktionsmaßnahmen betroffen. Für das laufende Geschäftsjahr hatte Leoni für seine beiden Werke in der Ukraine nach eigenen Angaben einen Umsatz von zusammen unter 300 Millionen Euro geplant.

Für die russischen Aktivitäten seien unter 100 Millionen Euro einkalkuliert. Die Kernvermögenswerte in den Gesellschaften der beiden Länder – Sachanlagen und Vorräte im Wert von rund 125 Millionen Euro – könnten zumindest teilweise wertgemindert sein.

Kriegsfolgen noch nicht abschätzbar

Indirekte Auswirkungen, die die Geschäftsentwicklung beeinflussen, könnten noch nicht abgeschätzt werden, heißt es. Dazu zählen beispielsweise Produktionsunterbrechungen bei Kunden und Lieferanten. Der Vorstand prüfe „intensiv verschiedene Maßnahmen“, um die Auswirkungen bestmöglich zu kompensieren.

Dazu gehöre die Möglichkeit der Duplizierung von Produktionsvolumina. Leoni arbeite eng mit Kunden und Lieferanten zusammen, um die Situation zu bewältigen, teilte der Zulieferer mit.

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