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Nutzfahrzeugmarkt Lkw-Hersteller will Produktion wieder drosseln

| Redakteur: Andreas Grimm, Andree Stachowski

Branchenbeobachter hatten das derzeitige Absatzplus der Nutzfahrzeuge auf Vorzieheffekte zurückgeführt. Volvo sieht das ebenso und senkt die Produktion im kommenden Quartal.

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(Foto: Volvo )

Kaum vermeldet die Automobilindustrie eine Stabilisierung des Pkw-Absatzes in Europa, kommen schon wieder schlechte Nachrichten aus der Nutzfahrzeugsparte. Der schwedische Lastwagen-Bauer Volvo hat am Mittwoch angekündigt, seine Produktion in Europa im ersten Quartal zurückzufahren. Europas Lkw-Branche müsse sich nach dem jüngsten Absatzschub auf eine erneute Nachfrage-Flaute Anfang des nächsten Jahres einstellen. Zahlen nannte der Konzern nicht.

Weil neue Lastwagen vom 1. Januar an die strengere Euro-6-Norm erfüllen müssen, reißen Spediteure den Herstellern derzeit noch die Fahrzeuge mit günstigeren Euro-5-Motor aus den Händen. Doch diese Vorzieheffekte dürften sich nach dem Jahreswechsel umkehren – und für Leerlauf in manchen Fabriken sorgen. Branchenbeobachter hatten schon länger gewarnt, dass die hohen Bestellungen und Auslieferungen nur von kurzer Dauer sein dürften.

Auch die Volkswagen-Tochter MAN war skeptisch geblieben. Deren Chef Georg Pachta-Reyhofen hatte die Vorzieheffekte „mit sehr gemischten Gefühlen“ bewertet, weil ein Teil dieser Aufträge zum Jahresanfang fehlten dürfte. Eine Trendwende sei deswegen noch nicht zu sehen, hatte er Ende Oktober festgestellt. Für das Gesamtjahr 2014 rechnet der Nutzfahrzeug-Chef von MAN, Anders Nielsen, mit einem ähnlichen Marktvolumen wie in diesem Jahr.

Der Lkw-Markt ist wegen der schwachen Konjunktur seit fast zwei Jahren auf Talfahrt, im September war der Absatz dann leicht gestiegen. Im Oktober stiegen die Auslieferungen von Volvo in Westeuropa sogar um 15 Prozent.

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