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Automobilmesse Los Angeles Auto Show: Die SUV-Parade

Autor / Redakteur: Pressinform / Christoph Seyerlein

Die künftige Mobilität stand bei vergangenen Automessen oft im Mittelpunkt. Nicht so in Los Angeles: Auf der Auto Show sind zwar auch einige E-Autos zu sehen – die meisten spannenden Neuheiten entfallen aber auf das SUV-Segment.

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Auto Show in Los Angeles: Die künftige Mobilität ist auch vertreten – die wahren Stars aber sind die SUVs.
Auto Show in Los Angeles: Die künftige Mobilität ist auch vertreten – die wahren Stars aber sind die SUVs.
(Bild: Newspress)

Gibt es überhaupt noch neue Autos, die keine SUVs sind? Wer die vergangenen Automessen besuchte, mag daran zweifeln. Auf der Los Angeles Autoshow sieht das nicht anders aus. Egal, in welcher Messehalle des L.A. Convention Centers man sein automobilverwöhntes Auge schweifen lässt – alles dreht sich im Schatten des mächtigen Staples Centers um SUVs und Crossover. Sonst ist die Messe vor allem eines – dünn. Donald Trump und seine Wahl zum kommenden US-Präsidenten ist kein Thema. Schon eher geht es um den heißer werdenden Trend zu Elektroautos und dass Plug-in-Hybriden wohl ein deutlich kürzeres Intermezzo als ehemals geplant bekommen werden. Doch die alternativen Antriebe stehen auf der Kalifornienmesse keinesfalls im Mittelpunkt.

Natürlich strahlen im grellen Scheinwerferlicht ein knapp 360.000 Euro teures Mercedes Maybach S 650 Cabriolet oder ein 612 PS starker Mercedes AMG S 63. Ähnlich sportlich setzen sich die neuen Panamera-Versionen mit 330 Basis-PS oder als besonders luxuriöser „Executive“ mit 15 Zentimeter längerem Radstand in Szene. Und wer vom 550 PS starken Topmodell des Porsche Panamera Turbo Executive mit allem nur erdenklichen Komfort jenseits der 160.000 Euro noch nicht begeistert genug ist, dem steht der Mund spätestens beim 510 PS starken Porsche 911 RSR offen. Ab kommendem Jahr soll er die Rennstrecken zwischen Daytona, Suzuka und Nürburgring erobern. Die wenigen relevanten Neuheiten sind aber hoch, breit und tragen drei schlichte Buchstaben: SUV. Lag ihr US-Verkaufsanteil im Oktober 2016 bei 38,8 Prozent, so waren es ein Jahr zuvor noch 36 Prozent. Nimmt man in den Vereinigten Staaten noch Pick-ups und leichte Nutzfahrzeuge hinzu, liegt der Verkaufsanteil bei fast zwei Dritteln.

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Messe-Star aus Großbritannien

Da verwundert es nicht, dass die Messe einen SUV-Star hat, der erst Anfang des Jahres 2018 über Highways und Staatsstraßen rollt: Der Jaguar I-Pace versetzt der internationalen Konkurrenz einen echten Elektroschock. 4,68 Meter lang, Allradantrieb, 294 kW/400 PS und 700 Nm bei 500 Kilometer elektrischer Reichweite wird man in München, Stuttgart und Ingolstadt ebenso wenig gerne hören wie in Detroit, San Francisco oder Los Angeles. Elektrische Autos können eben auch sportlich und schön sein, wenn sie nicht von Tesla kommen. Mitte 2018 kommt das Elektro-SUV auch nach Europa – produziert bei Magna in Graz und rund 75.000 Euro teuer. „Dies ist mehr als nur eine Konzeptstudie“, sagt ein sichtlich zufriedener Chefdesigner Ian Callum. „vielmehr der Vorbote eines fünfsitzigen Serienmodells, das schon 2018 auf die Straße rollen wird. Es wird der erste rein elektrisch angetriebene Jaguar sein und ein neues Kapitel in der Geschichte unserer legendären Marke aufschlagen.”

Zu den raren Serien-Neuheiten gehört auf der Los Angeles Auto Show der mehrfach verschobene Alfa Romeo Stelvio. Er hebt die Technik der Giulia auf ein erhöhtes SUV-Level und setzt jenseits des Atlantik auf betont sportliche Triebwerke. Der Auftrag an den Stelvio ist klar: Er soll die Marke Alfa Romeo insbesondere wieder in den USA auf die Kaufzettel bringen. Das geht mit nichts anderem als einem Mittelklasse-SUV – chic gezeichnet und bis zu 510 PS stark. Komplett neu, wenn auch optisch stark mit seinem erfolgreichen Vorgänger verbunden ist die zweite Generation des Mazda CX-5. Von außen wurde der 4,55 Meter lange, 1,84 Meter breite und 1,69 Meter hohe Neuling optisch nur leicht verändert. Aufgefrischt haben die Japaner vor allem die Technik: So gibt es nunmehr Head-Up-Display und eine elektrische Heckklappe, die den 505 Liter großen Kofferraum frei gibt. Bei der Fahrzeugsicherheit fährt der CX-5 Fahrer ab kommendem Sommer mit einer radargestützten Geschwindigkeitsregelanlage mit Staufolge-Funktion. Überraschend: Nachdem nahezu alle Hersteller einen Abgesang auf die Diesel in den USA singen, bringen die Japaner ihre erfolgreichen Selbstzünder nun erstmals in den Vereinigten Staaten und Kanada auf den Markt.

Erwachsener Mini

In der gleichen Klasse wie der Mazda CX-5 gibt es in der Westküstenmetropole auch Neuheiten wie den Audi Q5, den Nissan Rogue oder den neuen Chevrolet Equinox zu bewundern. Letztere beide ohne Marktchancen für Europa. Deutlich erwachsener als der bislang rundlich, knuddelige Mini Countryman präsentiert sich auf der Los Angeles Auto Show die Nachfolgegeneration. Der erste Countryman, noch bei Magna Steyr in Graz gebaut, wurde für die BMW Group zu einem Erfolgsmodell. Nachdem die neuen Mini-Generation endlich mehr Wertigkeit und Komfort in Modelle wie Mini und Mini Clubman gebracht hat, zieht nun der Countryman, 20 Zentimeter länger als bisher, nach. Die bekannten Triebwerke leisten zunächst 136 bis 192 PS. Alle Motorvarianten gibt es optional mit einem neu entwickelten Allradantrieb. Neu im Programm ist eine Version mit Plug-in-Hybrid, die das Herz des BMW 225 xe in sich trägt. Hierbei versorgt ein 1,5 Liter großer Dreizylinder-Turbobenziner die Vorderachse mit 100 kW/136 PS, während ein 65 kW/88 PS starkes Elektromodul die Hinterachse mit Energie versorgt.

Wer es noch etwas kleiner mag, der könnte sich in den Jeep Compass vergucken. Mit dem Compass schließt Jeep die Lücke zwischen dem aktuellen Einstiegsmodell Renegade und dem Cherokee. Der kompakte Brasilianer ist mit Front- und Allradantrieb, sowie Diesel- und Benzintriebwerken in insgesamt 17 Antriebsvarianten verfügbar. Das Motorenspektrum dürfte zwischen 150 und 220 PS liegen. Ab kommendem Jahr will Jeep den neuen Compass in insgesamt 100 Ländern anbieten.

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VW: Neustart mit dem Atlas

Mit dem 5,03 Meter langen Atlas will Volkswagen in den USA einen Neustart wagen. Technisch ist der Atlas eng mit dem Tiguan verwandt, wobei er speziell für den US-Markt entwickelt wurde und in Chattanooga vom Band läuft. „Dies ist der größte und markanteste Volkswagen, den wir jemals in den USA gebaut haben, mit unverwechselbarem Design und mit Platz für sieben Personen“, so VW Nordamerika-Chef Hinrich J. Woebcken. Der Atlas ist wahlweise mit einem modernen, 238 PS starken Zweiliter-Turbo-Vierzylinder oder einem betagten 3,6 Liter großen V6-Sauger zu bekommen. „Nach der Einführung des Atlas sind wir in rund zwei Drittel der Segmente vertreten und das überaus konkurrenzfähig“, so Woebcken. Und wer es kleiner möchte, kann sich vielleicht für den E-Golf erwärmen, der in Los Angeles erstmals mit mehr Reichweite von bis zu 300 Kilometern auf Kundenfang geht. Dabei steht er jedoch im Schatten des Chevrolet Bolt, der als Zwillingsbruder des Opel Ampera-e bis zu 500 Kilometer ohne Nachladung schafft.

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