Junge Fachkräfte Lotus Engineering arbeitet mit Studenten zusammen

Von Wuttke/Ampnet

Lotus unterstützt in seinem Entwicklungszentrum in Raunheim verstärkt Nachwuchskräfte. Zunächst in der Formula Student, bald auch direkt im Unternehmen.

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Der „Lotus Tech Innovation Centre“ genannte Entwicklungsstandort von Geely in Raunheim.
Der „Lotus Tech Innovation Centre“ genannte Entwicklungsstandort von Geely in Raunheim.
(Bild: Geely)

Colin Chapmann, Gründer der legendären britischen Sportwagenschmiede Lotus, war ein Visionär, der vermeintlich endgültige Wahrheiten zur Seite wischte und seinen eigenen Weg einschlug. Mit Erfolg: Über mehrere Jahrzehnte beherrschte die Marke die Formel 1, fuhr zu sieben Konstrukteurs- und sechs Fahrertiteln, und die im britischen Norwich gebauten Sportwagen verfolgen Chapmans Philosophie bis heute. Dem Mann ging es vor allem darum, möglichst leichte Boliden auf die Straße zu bringen, um so die Leistung seiner Entwicklungen zu demonstrieren.

Inzwischen gehört Lotus zum chinesischen Geely-Konzern, und an der Zukunft der Marke arbeiten im Industriegebiet im hessischen Raunheim neben dem Frankfurter Flughafen aktuell rund 190 Spezialisten. Die Zahl soll in den kommenden Jahren auf 300 steigen.

Das „Lotus Tech Innovation Centre“ hat dabei eine fast schon programmatische Adresse in der Magellan-Allee. Wie einst der portugiesische Entdecker, der aus der Alten Welt aufbrach, um die Grenzen der Welt zu erforschen, arbeiten die Entwickler in Raunheim an der Zukunft der Mobilität, und die ist auch für Lotus elektrisch.

Denkbarrieren aufbrechen

Um dieses Ziel zu erreichen, ändert sich gerade die Welt der Entwickler. „Das Denken in alten Kategorien hat ausgedient. Wir brauchen die neuen Ideen der neuen Generation für die Zukunft“, erklärt Serino Angellotti, bei Lotus für die Elektrifizierung und die Software-Integration verantwortlich und früher unter anderem für Maserati und Alfa Romeo tätig. Deshalb fördert das Lotus Tech Innovation Centre junge Talente und unterstützt unter anderem die „Scuderia Mensa“ der Hochschule Rhein Main.

Lotus setzt in seinem Technikzentrum in Raunheim auf die Zusammenarbeit mit Studierenden, zum Beispiel der „Scuderia Mensa“ der Hochschule RheinMain.
Lotus setzt in seinem Technikzentrum in Raunheim auf die Zusammenarbeit mit Studierenden, zum Beispiel der „Scuderia Mensa“ der Hochschule RheinMain.
(Bild: Autoren-Union Mobilität)

Die Studierenden der Hochschule sind in der Formel Student unterwegs, einer internationalen Rennserie, die 1981 gegründet, weltweit inzwischen 1.000 Teams umfasst. In Deutschland sind 20 Universitäten aktiv. Um an der Serie teilnehmen zu können, ist nicht nur technisches Talent gefragt, sondern auch Elemente wie das Erstellen eines Business-Plans, die Suche nach Sponsoren – im konkreten Fall unter anderem also Geely –, das Design und schließlich der Aufbau des Monopostos.

Formula Student mit 600 Volt

„Mit unserem Wagen haben wir zuletzt beim Rennen in Monza den zehnten Platz belegt“, berichtet Teamsprecher Tim Buelles. An dem Projekt sind rund 50 Studierende beteiligt. Der Studenten-Renner wird von vier Radnabenmotoren angetrieben, die ein 600 Volt Akku mit Energie versorgt. Er besteht aus 720 Lithiumionen-Rundzellen mit einer Kapazität von 2,3 kWh.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Scuderia Mensa entwickelten und bauten die Studierenden ein Carbon-Vollmonocoque. In gerade 2,8 Sekunden beschleunigt der Flitzer auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 130 km/h erreicht. Insgesamt investierten die Nachwuchsentwickler 1.500 Stunden, um ihren Renner auf die Räder zu stellen. Für das kommende Jahr arbeiten sie an einem autonom fahrenden Boliden, der an zwei Wettbewerben teilnehmen soll.

Praktikum bei Lotus

Diese Studierenden, die sich nicht mehr in der Welt der Verbrennungsmotoren bewegen, „sind für uns eine wichtige Zielgruppe“, erklärt Annette Eckstaedt, beim Lotus Tech Centre für die Personalplanung verantwortlich. „Deshalb arbeiten wir mit den Universitäten zusammen und werden demnächst Praktikumsplätze anbieten und die Studierenden bei ihren Abschlussarbeiten unterstützen.“ Erste Kontakte bestehen bereits zur Technischen Hochschule Darmstadt.

„Bis zum Jahr 2026 werden wir vier neue elektrisch angetriebene Modelle entwickeln“, erklärt Angellotti. „Da können wir die Ideen der neuen Generation gut gebrauchen.“ Dabei reicht die Palette von einer sportlichen Limousine bis zu einem SUV, die in China produziert werden. In Norwich entstehen weiterhin die Sportwagen mit Verbrennungsmotoren.

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