Auto Shanghai Luxus unter Strom

Autor / Redakteur: Wolfgang Gomoll/press-inform / Tanja Schmitt

Für die ausländischen Automobilhersteller hängt gerade in diesem Jahr vieles vom Erfolg in China ab. Auf der Auto Shanghai spielen Mercedes, BMW & Co. den bekannten Dreiklang aus SUV, E-Mobilität und repräsentativen Limousinen.

Die Toyota-Edel-Tochter Lexus erfreut die Limousinen-Fans mit dem überarbeiteten ES.
Die Toyota-Edel-Tochter Lexus erfreut die Limousinen-Fans mit dem überarbeiteten ES.
(Bild: Lexus)

Während Europa und Nordamerika nach wie vor unter den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie leiden, startet der chinesische Automarkt wieder voll durch. Allein im März dieses Jahres freuten sich die Autohäuser über 2,53 Millionen abgeschlossener Verträge, das sind 74,9 Prozent mehr als vor zwölf Monaten. Das macht deutlich, wie wichtig das Reich der Mitte für das Geschäft der ausländischen Autobauer ist. Deswegen ist die Shanghai Auto 2021 als Bühne um die neuesten Modelle zu präsentieren, wichtiger denn je. Allerdings ist der Messeauftritt kein Selbstläufer mehr. Die chinesische Konkurrenz holt mit Riesenschritten auf und der Markenname eines etablierten ausländischen Autobauers alleine reicht nicht mehr aus.

Chinageschäft enorm wichtig für BMW

Wie wichtig das Geschäft in China ist, zeigt BMW mit dem Elektro-SUV iX, das im National Exhibition and Convention Center (NECC) seine Weltpremiere feiert und in der zweiten Jahreshälfte in China auf den Markt kommt. Teil des extravaganten SUVs sind das neueste Infotainment-Betriebssystem (Operating System 8) und die aktuelle Generation des BMW iDrive.

Damit spielt der Münchner Autobauer die zweite wichtige Karte für den künftigen Erfolg im größten Automarkt der Welt: Vernetzung und Infotainment. Ganz ohne Luxus geht es am Jangtsekiang bei BMW natürlich nicht, wo eine Sonderedition des BMW 760 Li Two Tone auf den Messestand steht. Der Name Yao Ying Special ist Programm, wie man an der zweifarbigen Karosserie (Cashmere Silber und Aventurine Red) erkennt. Die Basis für dieses Sondermodell ist ein M760 Li xDrive mit dem mächtigen Zwölfender (430 kW / 585 PS) unter der Haube.

French Chic bei Peugeot

Peugeot will in China endlich durchstarten und bringt eine neue Strategie namens „Yuan+“ an den Start, nach der die Franzosen sich als Designermarke mit dem Slogan „New French Chic“ etablieren wollen. Das neue Löwenlogo und das SUV-Doppelpack aus Peugeot 4008 und 5008 sollen in Shanghai diesem Vorhaben Substanz verleihen.

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Audi, FAW und SAIC teilen sich Stand

Audi tischt beim Messeauftritt, der erstmals gemeinsam mit den beiden Partnern FAW und SAIC auf einem Stand vonstattengeht, mächtig auf. Die Ingolstädter suchen ihre Zukunft in der Elektromobilität. „Wir treiben den Wandel hin zur nachhaltigen Mobilität in China aktiv voran. Mit der neuen Konstellation schaffen wir dazu das perfekte Fundament und richten das Chinageschäft von Audi strategisch neu aus“, erklärt Audi-Chef Markus Duesmann. Das bedeutet eine noch engere Vernetzung mit den einheimischen Partnern und auf den Markt zugeschnittene Produkte.

Die Taten, die auf diese Worte folgen, sind bereits im Gange. In Changchun sollen ab 2024 die neuesten Modelle, die auf der Technik-Plattform PPE basieren, vom Band laufen. Wie ein solches Auto aussehen kann, zeigt die Studie Audi A6 e-tron concept, ein 4,96 Meter langer Sportback, der mit der 100 kWh-Batterie mehr als 700 Kilometer weit kommt. Das in Tarnfolie gehüllte SUV Audi concept Shanghai von (SAIC Audi) ist 4,87 Meter lang und hat ebenfalls einen rein elektrischen Antrieb. In der zweiten Hälfte dieses Jahres wird die Verkleidung von dem Automobil gezogen werden. Ohne Hülle sind der aufgefrischte Audi Q5L und der Audi A7L zu sehen.

VW: zwei Versionen des ID 6

Während Audi schon an die PPE-Architektur denkt, handelt die Mutter beim MEB. VW bringt den ID 6 gleich in zwei Versionen nach Shanghai. Beim Joint Venture-Partner SAIC heißt das SUV VW ID X und bei FVW ID 6 Crozz. Mit 4,88 Metern Länge übertrifft der Stromer den ID 4 um rund 30 Zentimeter. Damit ist auch Platz für eine sechste Sitzreihe. Der VW ID 6 wird in China entweder mit Hinterrad- oder Allradantrieb angeboten: 132 kW / 180 PS, 150 kW / 204 PS oder eine Topvariante mit 225 kW / 306 PS. Auch wenn der E-Crossover zunächst für China geplant ist, ist ein weiteres Ausrollen nach Europa durchaus denkbar.

Mercedes-Benz: EQS virtuell, EQB in natura

Nachdem der Luxus-Stromer EQS nur virtuell präsentiert wurde, freut man sich bei Mercedes über eine echte Publikumsmesse und bringt dann gleich mit dem EQB das nächste Elektromobil nach China. Das 4,69 Meter lange SUV trägt das typische Mercedes EQ-Gesicht und ist mit sowohl mit dem kleineren Bruder EQA und dem traditionell befeuerten GLB technisch verwandt. Apropos traditionell: Die chinesischen Limousinen-Fans haben die Schwaben bei dem ganzen Elektrohype nicht vergessen und präsentieren die Langversion der neuen C-Klasse.

Maserati nutzt die Messe in Shanghai, um den SUV Levante mit einem Hybrid-Modul zu versehen. Das Zusammenspiel zwischen 2,0-Liter-Motor mit einem 48-Volt-Hybridsystem kommt auf 243 kW / 330 PS.

Ford Evos: nur für China

Ford zeigt neben den in China produzierten Mustang Mach-E (Preis ab 34.000 Euro) mit dem Ford Evos einen weiteren Crossover, der speziell für den chinesischen Markt konzipiert ist, was sich in der Designphilosophie „Progressive Energy in Strength“ ausdrückt. Flankiert wird das Duo von der PHEV-Version des Ford Escape, dem neuen Ford Escort sowie dem neuen Ford Equator. Der amerikanische Konkurrent GM hat gleich mehrere Marken am Start. Cadillac kündigt mit dem elektrischen Crossover-Konzept Lyriq Großes an, während Buick eine überarbeitete Version des SUVs Envision dabei hat. Der Envision plus hat einen verlängerten Radstand, der nun 2,83 Meter misst, steht aber durch die weitere Spur und niedrigere Höhe athletischer da.

Honda, Toyota, Lexus und Nissan

Und die Japaner? Honda präsentiert mit dem SUV E:Prototype einen elektrischen Prototypen. Allerdings dürfte die Formensprache des Konzepts dem des tatsächlichen Autos schon relativ nahekommen, wie man beim Honda E gesehen hat. Außerdem in China am Start: die PHEV-Variante des Breeze.

Auch Toyota zeigt mit dem Toyota bZ4X Concept die Idee eines vollelektrischen Crossovers, der sich gegen den VW ID 4 und den Mercedes EQB stemmen soll. Die Hybridpioniere aus Japan wollen mit diesem Automobil eine neue EV-Submarke anstoßen, bei der bis zu 15 Modelle geplant sind. Die Edel-Tochter Lexus erfreut die Limousinen-Fans mit dem überarbeiteten ES. Auch Nissan weiß, dass SUVs in China gefragt sind und zieht das Tuch vom neuen X-Trail, der im Sommer des nächsten Jahres auch in Europa zu haben sein wird.

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