Analyse M&A-Geschäft: Hersteller und Zulieferer suchen verstärkt nach Spezialisten

Autor / Redakteur: dpa/Svenja Gelowicz / Svenja Gelowicz

In der Autobranche steigt die Anzahl der Deals, die darauf abzielen, neue Kernkompetenzen zu erschließen. Übernahmen und Fusionen selbst könnten zu einer Kernkompetenz von Unternehmen werden.

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Autobauer und Zulieferer kaufen laut der Bain-Analyse immer mehr Unternehmen aus anderen Branchen, um beispielsweise das Tempo bei der Digitalisierung zu erhöhen.
Autobauer und Zulieferer kaufen laut der Bain-Analyse immer mehr Unternehmen aus anderen Branchen, um beispielsweise das Tempo bei der Digitalisierung zu erhöhen.
(Bild: BMW)

In der Autobranche sind viele Unternehmen in den letzten Jahren auf Einkaufstour gegangen. Das weltweite Transaktionsvolumen ist vom Jahr 2015 bis 2019 von 32 auf 75 Milliarden US-Dollar gewachsen. Im Schnitt umfassten die Deals 1,4 Milliarden US-Dollar. Das hat die Unternehmensberatung Bain in einer Studie analysiert. Vor allem Automobilzulieferer sind seit dem Jahr 2015 bestrebt bei Zukäufen.

Die Experten erwarten in der Autoindustrie eine neue Welle von Übernahmen und Fusionen. Autohersteller und Zulieferer kauften immer mehr Unternehmen aus anderen Branchen, um die Umbrüche zu E-Mobilität, Digitalisierung und autonomem Fahren zu bewältigen. „Die Konsolidierung der Automobilindustrie wird zweifelsohne weitergehen“, sagte Bain-Branchenexperte Klaus Stricker. Übernahmen und Fusionen würden „zur strategischen Kernkompetenz“.

Von 2015 bis 2019 stieg die Zahl der Deals mit mehr als 100 Millionen Dollar Volumen laut Bain um 40 Prozent auf 54. Das Corona-Jahr 2020 habe diesen Trend zwar gebremst mit 35 Deals für insgesamt 26 Milliarden Dollar. Aber drei Viertel davon entfielen auf Deals, bei denen Käufer ihr Portfolio erweitern, Kompetenzen erwerben oder in neue Geschäftsfelder einsteigen. Der Rest zielte auf Größen- und Kostenvorteile.

Gute Zeit für kapitalkräftige Unternehmen

„Die 2020er-Jahre werden für die Automobilindustrie ganz im Zeichen der disruptiven Veränderungen stehen“, sagte Stricker. „Für Hersteller wie Zulieferer sind Zukäufe eine Möglichkeit, die Innovationsgeschwindigkeit zu erhöhen und Hard- sowie Softwarekompetenzen zügig zu erweitern.“

In der Computer- und Elektronikindustrie habe es seit 2015 sechsmal so viele Übernahmen und Fusionen gegeben wie in der Autobranche, und ihre Geschäftsmodelle glichen sich an. Für kapitalkräftige Unternehmen bieten sich laut Bain jetzt gute Chancen: „Krisenzeiten dämpfen in der Regel die Erwartungen von Verkäufern. Zudem ist vielerorts die Kapitaldecke angespannt.“

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