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Mahle Mahle atmet durch

| Autor / Redakteur: Jürgen Goroncy und Hartmut Hammer / Bernd Otterbach

Mehr Umsatz, weniger Kurzarbeit und ein Gewinn im niedrigen dreistelligen Bereich. Prof. Dr. Heinz K. Junker, Vorsitzender der Geschäftsführung von Mahle, sieht im ersten Halbjahr 2010 eine deutliche Erholung der Mahle-Geschäfte, aber noch lange keinen Grund zum Jubeln.

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„Im zweiten Halbjahr wird die Automobilindustrie vermutlich verhaltener agieren und ihre Abrufe bei den Lieferanten wieder etwas drosseln.“ Insgesamt rechnet er für das gesamte Jahr 2010 jedoch mit einer Konsolidierung. Der prognostizierte Umsatz von etwa 4,9 Milliarden Euro würde nur unwesentlich unter der Marke von 5,06 Milliarden Euro von 2007 liegen und deutlich höher als 2009 (3,86 Milliarden Euro).

Im ersten Halbjahr 2010 ist der Umsatz von Mahle – bereinigt um Wechselkurseffekte und Konsolidierungen – im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 600 Millionen auf etwa 2,4 Milliarden Euro gestiegen (plus 32,8 Prozent). Regional gesehen geht das Wachstum vor allem auf das Konto von Asien und Südamerika, deren Umsatzanteil auf 35 Prozent anwuchs (2008: 27 Prozent). Erstmals haben laut Junker die Geschäftsbereiche Filtration und Motorperipherie in Asien sogar höhere Umsätze erwirtschaftet als in Europa. Europa hingegen trägt nur noch zu 48 Prozent (2008: 56 Prozent) zum Mahle-Umsatz bei. Vom guten Asien- und Südamerikageschäft profitiert das Unternehmen außerdem durch die überdurchschnittlich hohen Ergebnisbeiträge.

Die Mitarbeiterzahl ist im Halbjahresvergleich unwesentlich auf 44 799 gestiegen, hat aber in Deutschland von 8 800 auf 8 400 abgenommen. Die angespannte Situation in Deutschland wird neben dem schwachen Ergebnis – laut Junker eine schwarze Null im ersten Halbjahr – durch zwei weitere Indikatoren belegt. Zum einen durch die anhaltende Kurzarbeit bei knapp 1 000 deutschen Mitarbeitern, während konzernweit die Kurzarbeit deutlicher zurückgefahren worden sei. Zum anderen durch den von Mahle geschlossenen Ergänzungs-Tarifvertrag, der eine Verschiebung der Tariferhöhung 2011 vorsieht, sowie de facto punktuelle Lohnsenkungen.

Junker sieht die angestrebte Umsatzrendite von fünf Prozent erst in zwei bis drei Jahren erreichbar. 2010 würden vor allem die Schwierigkeiten beim Hochfahren der Produktion noch das Ergebnis drücken. „Keiner hat mit dem schnellen Anziehen der Automobilkonjunktur in den ersten Monaten dieses Jahres gerechnet.“ Einige Lieferanten von Mahle seien deshalb auf die erhöhten Abrufzahlen von Rohstoffen und Teilen nicht vorbereitet, andere könnten die Aufträge schlichtweg nicht ausreichend finanzieren.

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