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Behr Mahle stellt bei Behr die Weichen

| Redakteur: Julia Fischer

Behr-Chef Dr.-Ing. Markus Flik wird am 17. September 2010 den Kühlerspezialisten verlassen, der bisherige Mahle-Geschäftsführer Dipl.-Kfm. Peter Grunow wird zum 1. Oktober den Vorsitz in der Behr-Geschäftsführung übernehmen. Diese Personalentscheidung bildet den Auftakt für weitere Veränderungen bei Behr.

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Wie bereits öfter gemeldet, steigt Mahle zum 1. Oktober 2010 mit 19,9 Prozent bei Behr ein und wird die Beteiligung Anfang 2011 auf 36,85 Prozent ausbauen, beide Male in Form einer einseitigen Kapitalerhöhung. Ab 2013 hat Mahle eine Call Option, weitere Anteile von den bisherigen Gesellschaftern zu erwerben und dann die Mehrheit an Behr zu übernehmen. Ab Oktober 2010 werden der Vorsitzende der Mahle-Geschäftsführung Prof. Dr. Heinz K. Junker und Mahle-Geschäftsführer Dr. Bernhard Volkmann neue Mitglieder im Behr-Aufsichtsrat. Mit Übernahme der Mehrheit wird Junker ab 2013 Vorsitzender des Behr-Aufsichtsrates.

Junker lässt keinen Zweifel daran, dass „Mahle bei Behr einiges anders machen wird als bisher. Wenn Denso beim Thermomanagement gute Margen erzielen kann, sollte Behr das auch können.“ Eine Umsatzrendite von fünf Prozent gibt er vor, sie soll spätestens 2013 oder 2014 erreicht werden. Mahle habe seit Anfang 2010 mit etwa 20 Mann Behr intensiv durchleuchtet und „ich habe ein gutes Gefühl, dass wir alles über Behr wissen, was wir wissen müssen“, so der Mahle-Chef weiter.

Intern will Mahle nach der Übernahme zunächst die Organisationsstrukturen von Behr vereinheitlichen und durch etliche Benchmarking-Projekte die Kosten senken und die Produktion optimieren. Operativ habe Behr vor allem in Osteuropa und Asien Nachholbedarf, zudem werde man die Zahl der Behr-Standorte weltweit erhöhen. Diese neuen Aktivitäten würden dann bevorzugt an bereits bestehende Mahle-Standorte angegliedert – sofern vorhanden. Bestehende Strukturen sollen zunächst nicht angetastet werden – etwa die Behr-Verwaltung in die Mahle-Gebäude verlegen. „Die drei Kilometer über den Pragsattel dürften kein Hindernis für eine reibungslose Zusammenarbeit bilden“ meinte Junker schmunzelnd auf der Vorstellung der Halbjahres-Bilanz von Mahle, die – Zufall oder nicht – am gleichen Vormittag wie die Bekanntgabe des Flik-Abganges stattfand.

Durch das sich gut ergänzende Produktportfolio und neue System- und Modulansätze soll der aufaddierte Umsatz des Jahres 2010 in Höhe von etwa acht Milliarden Euro (Mahle fünf, Behr drei) mittelfristig auf etwa zehn Milliarden Euro steigen. Wesentlich dazu beitragen sollen auch Produkte außerhalb des angestammten Erstausrüstergeschäfts. Mahle will – wie andere Zulieferer auch – die Abhängigkeit vom Automobil verringern und vor allem in den Bereichen Industry und Aftermarket wachsen.

Jürgen Goroncy und Hartmut Hammer

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