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Abgas-Affäre Manipulationsverdacht: Audi stoppt V6-Diesel des A6 und A7

| Autor / Redakteur: Christoph Seyerlein / Svenja Gelowicz

Neue Vorwürfe gegen Audi in der Abgas-Affäre: Der OEM soll beim A6 und A7 mit V6-TDI-Motor der Euro-6-Norm neben der bereits bekannten Prüfstandserkennung eine weitere unzulässige Software eingebaut haben. Die VW-Tochter reagiert mit einem Produktions- und Lieferstopp.

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Audi soll im A6 neben der illegalen Prüfstandserkennung eine weitere unerlaubte Software eingesetzt haben.
Audi soll im A6 neben der illegalen Prüfstandserkennung eine weitere unerlaubte Software eingesetzt haben.
(Bild: Audi)

In der Abgas-Affäre gibt es neuen Ärger bei Audi. Die Ingolstädter bestätigten am Dienstag einen Bericht von „Spiegel Online“, der besagte, dass sie in der aktuellen A6/A7-Baureihe bei V6-TDI-Motoren mit Euro-6-Norm neben der bereits bekannten illegalen Prüfstandserkennung eine weitere unerlaubte Abgas-Software eingesetzt haben. Weltweit handele es sich um rund 60.000 Autos – Fahrzeuge in den USA seien nicht betroffen. Audi-Chef Rupert Stadler teilte mit, dass man die Zulassungsbehörde „unverzüglich“ informiert habe.

Auch die Produktion und Auslieferung der entsprechenden Baureihen habe Audi nach Bekanntwerden der Auffälligkeiten sofort gestoppt. Die Kunden, die bereits ein derartiges Modell bestellt haben, will der Hersteller informieren. Das Problem will Audi wie bisher in der Abgas-Affäre auch mit einem Software-Update beheben. Dieses will der Hersteller in Ansprache mit den, oder auf Anordnung der Behörden zur Verfügung stellen.

Harnstoffzugabe gedrosselt

Die fraglichen Fahrzeuge sind mit einem SCR-Katalysator zur Reinigung der Stickoxide ausgestattet. Dieser benötige für eine reibungslose Funktion „AdBlue“. Der Harnstoff wird in den Abgasstrom eingespritzt und sorgt dafür, dass die Stickoxide in harmlosen Stickstoff und Wasserdampf umgewandelt werden.

Damit der Kunde nicht selber Harnstoff nachfüllen müsse, sondern erst die Werkstatt beim nächsten Service, habe Audi die Einspritzung der Reinigungsflüssigkeit offenbar 2.400 Kilometer bevor sie zuneige geht stark gedrosselt, schreibt der Spiegel. In der Zeit, da die Zufuhr von Harnstoff abgeregelt sei, funktioniere der SCR-Katalysator zur Reinigung von Stickoxiden im Abgas nicht oder nur extrem eingeschränkt.

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