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Wirtschaft Medien: AMS erwägt Verkauf der Autozulieferer-Sparte von Osram

| Autor / Redakteur: dpa / Lena Bromberger

Nach Übernahme von Osram durch AMS mehren sich die Ängste der Osram-Belegschaft. Sie befürchten eine Zerschlagung des Konzerns und einen Stellenabbau.

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Osram befürchtet eine Zerschlagung des Konzerns und einen Stellenabbau.
Osram befürchtet eine Zerschlagung des Konzerns und einen Stellenabbau.
(Bild: Osram)

Beim Münchener Lichtkonzern Osram könnte sich nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg die Furcht vor einer Zerschlagung nach der Übernahme durch AMS bewahrheiten. Der österreichische Sensorspezialist zieht Kreisen zufolge einen Verkauf der Autozuliefer-Sparte von Osram in Erwägung. Demnach könnte das Unternehmen aus der Steiermark die größte Sparte der angeschlagenen Münchener nach Abschluss der Übernahme in eine Holding-Struktur überführen und abstoßen, wie Bloomberg unter Verweis auf mit der Sache vertraute Personen und eingesehene Dokumente berichtet.

Ängste unter der Osram-Belegschaft

So steht die deutlich kleinere AMS kurz vor dem Vollzug der milliardenschweren Osram-Übernahme. Laut einer internen Präsentation sei das Autogeschäft des Leuchtenherstellers nun in dieselbe Kategorie eingestuft worden wie die Digitalsparte, die nach der erfolgten Übernahme verkauft werden solle. Die Kategorisierung und internen Diskussionen sollen dem Bericht zufolge Ängste unter der Osram-Belegschaft geschürt haben, dass das Automotive-Geschäft auf den Markt kommen könnte.

Im vergangenen Jahr trug es rund die Hälfte zum Konzernumsatz von 3,5 Milliarden Euro bei. Aufsichtsratsmitglied und IG-Metall-Vorstand Klaus Abel betonte, dass die Automotive-Sparte für Osram von hoher Bedeutung sei und kündigte an, darum zu kämpfen, dass sie im Unternehmen bleibt. Während Osram den Bericht nicht kommentieren wollte, verwies eine AMS-Sprecherin darauf, dass die Österreicher keine Basis für die Medienspekulationen sähen.

Osram: Corona-Pandemie führte zu weiteren Einbußen

Das Autogeschäft von Osram hatte die Folgen der Coronavirus-Pandemie zuletzt zu spüren bekommen. Hersteller in der ganzen Welt mussten im Zuge der Krise ihre Werke vor allem im April und Mai schließen und die Produktion herunterfahren. Die Umsätze brachen ein. Auch Osram war bereits im Ende März beendeten zweiten Geschäftsquartal von der Krise betroffen und musste beim operativen Gewinn einen Rückgang von über 30 Prozent verkraften. Bereits vor der Virus-Krise hatte Osrams Autogeschäft unter der sich zunehmend eintrübenden Konjunktur gelitten.

Ein Verkauf der Automotive-Sparte würde die Sorgen und Befürchtungen von IG Metall und Osram-Betriebsrat bestätigen, die der überwiegend auf Pump finanzierten Übernahme durch AMS von Anfang an mit großer Skepsis gegenüberstanden. Sie befürchten eine Zerschlagung des Konzerns und einen Stellenabbau. AMS hatte im Zuge der Übernahme angekündigt, bis 2022 keine fusionsbedingten Kündigungen aussprechen zu wollen.

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