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Medien: PSA erwägt Teil-Verkauf des Opel-Entwicklungszentrums

| Autor/ Redakteur: Svenja Gelowicz / Svenja Gelowicz

Bereits Ende Mai berichtete das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Insider, dass der Verkauf von Unternehmensteilen von Opel im Raum stünde. Laut der französischen Zeitung „Le Monde“ prüft Opel nun, große Teile des Entwicklungszentrums in Rüsselsheim zu verkaufen.

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Nach einem unbestätigten Medienbericht denkt der französische Autokonzern PSA darüber nach, sich von einem Teil des Opel-Entwicklungszentrums zu trennen.
Nach einem unbestätigten Medienbericht denkt der französische Autokonzern PSA darüber nach, sich von einem Teil des Opel-Entwicklungszentrums zu trennen.
( Bild: Opel )

Nach einem unbestätigten Medienbericht denkt der französische Autokonzern PSA darüber nach, sich von einem Teil des Opel-Entwicklungszentrums zu trennen. PSA und Opel hätten mehrere Entwicklungsdienstleister sondiert, damit diese Übernahmeangebote vorlegen, hatte die französische Zeitung „Le Monde“ zuvor berichtet. Ein PSA-Sprecher wollte „Spekulationen“ nicht kommentieren. Im Entwicklungszentrum arbeiten rund 8.000 Mitarbeiter.

Bereits Ende Mai hatte das „Handelsblatt“ berichtet, dass Opel-Chef Michael Lohscheller die Marke tiefgreifender verschlanken will, als bisher bekannt gewesen ist. Die Wirtschaftszeitung beruft sich auf zwei Insider, die bestätigten, dass der Verkauf von Unternehmensteilen im Raum stehe. Es handele sich dabei um die Antriebssparte, die Prüfstände, den Prototypenbau, den Werkzeugbau und das Testzentrum in Dudenhofen.

Opel: „Mögliche Partnerschaften ausloten“

Ein Opel-Sprecher betonte, das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim werde auch künftig alle Opel-Modelle entwickeln und die Aufgaben der 15 Kompetenzzentren für die gesamte PSA-Gruppe übernehmen. Wegen des „stark rückläufigen“ Volumens von Auftragsarbeiten für General Motors und im Rahmen der Mitbestimmung gelte es, mit den Sozialpartnern eine Lösung zu finden. Dies sei Bestandteil der Ende 2017 unterzeichneten Rahmenvereinbarung. Bisher seien keine Entscheidungen getroffen.

Opel erklärte am Mittwoch (4. Juli), mögliche Partnerschaften für das Entwicklungszentrum auszuloten. Das Sanierungsprogramm „PACE“ könne zusätzlich zu internen organisatorischen Maßnahmen „auch strategische Partnerschaften umfassen“, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit.

„Le Monde“ bezieht sich auf ein internes Dokument von Mitte Mai diesen Jahres. Laut Informationen des „Handelsblatt“ gehe daraus hervor, dass PSA „das Forschungs- und Entwicklungszentrum seiner deutschen Tochter weitgehend amputieren will.“ Zum Verkauf angeboten würden die Bereiche Antrieb, Fahrzeug-Engineering sowie Werkzeug- und Lackiertechnik.

PSA soll diese Aktivitäten, auf die gut die Hälfte der gesamten Mitarbeiter dort entfallen, mehreren Ingenieurbüros angeboten haben. Darunter fallen Altran, Akka und Segula sowie Bertrandt. Altran stehe in fortgeschrittenen Verhandlungen mit der französischen Mutter.

Formal biete PSA den genannten Engineering-Dienstleistern (EDL) laut „Handelsblatt“ eine Partnerschaft oder ein Teilverkauf an. Das würde es PSA ermöglichen, juristisch die den Mitarbeitern gegenüber eingegangenen Verpflichtungen einzuhalten. Später könnte sich der Hersteller dann ganz zurückziehen. PSA soll zudem eine bestimmte Auslastung durch eigene Aufträge zugesagt haben, um die interessierten EDL vom Kauf zu überzeugen.

Laut SWR Online hat Opel-Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug von solchen Plänen nichts gewusst. Der Betriebsrat habe die Planung mit externen Partnern in der Vergangenheit strikt abgelehnt.

Wie Opel-Chef Lohscheller Stellung bezieht

Michael Lohscheller äußerte sich auf den Bericht der „Le Monde“ zu den Verkaufsvorwürfen des Forschungs- und Entwicklungszentrums in Rüsselsheim. Er dementiert, dass die Unternehmensführung in der Einigungsstelle dem Betriebsrat gegenüber die Verkaufspläne verneint habe. Weiter bestätigt er, dass aktuell Übernahmeangebote von externen Entwicklungsdienstleistern eingeholt würden, um die Beschäftigung am Standort Rüsselsheim zu sichern.

Hintergrund: Opel-Übernahme durch PSA

Opel war im vergangenen August von PSA übernommen worden, zu dem bereits die Marken Peugeot, Citroën und DS gehörten. Ende Mai hatten sich Unternehmen und Arbeitnehmer auf eine Beschäftigungssicherung bis einschließlich Juli 2023 geeinigt. PSA-Chef Carlos Tavares hatte in der Vergangenheit angekündigt, Opel als deutsche Marke zu erhalten. Das Entwicklungszentrum soll dabei eine wichtige Rolle spielen und konzernweit verantwortlich sein unter anderem für eine neue Benzinmotoren-Familie, die Brennstoffzelle oder die Sitze. Nach bisherigen Plänen sollen dort rund 1.000 Stellen wegfallen.

Mit Material von dpa, ampnet und „Handelsblatt“

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