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Schaeffler Mehr Macht bei Conti

| Redakteur: Bernd Otterbach

Kurz vor der Aufsichtsratswahl auf der Hauptversammlung des Automobilzulieferers Continental sorgt der neue Großaktionär Schaeffler abermals für Unmut. Der angeschlagene fränkische Familienkonzern will offenbar seinen Einfluss weiter ausbauen und dazu den neuen Finanzvorstand Klaus Rosenfeld in den Conti-Aufsichtsrat schicken.

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Ein Schaeffler-Sprecher in Herzogenaurach bestätigte am Dienstag, die Gruppe schlage der Hauptversammlung vor, den neuen Finanzvorstand Klaus Rosenfeld in das Kontrollgremium zu wählen. Schaeffler reagiere damit auf den Rückzug von Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft.

Bullinger verzichtet auf den Posten als Conti-Aufsichtsratsmitglied. Er sagte, er habe wegen der gestiegen Belastung in seinem Amt als Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft im Zuge der Wirtschaftskrise nicht genügend Zeit für einen solch verantwortungsvollen Posten wie ein Mandat im Conti-Aufsichtsrat. Bullinger betonte, Schaeffler habe ihn nicht zu einem Rückzug gedrängt.

Überraschung und Verwunderung bei Conti

In Conti-Kreisen stieß die Nachricht auf Überraschung und Verwunderung. Dies zeige einmal mehr, wie Schaeffler bei Conti vorgehe. Im Januar sei mit Schaeffler vereinbart worden, dass vier Schaeffler-Vertreter in den Conti-Aufsichtsrat einziehen - nämlich Eigentümerin Maria-Elisabeth Schaeffler, ihr Sohn Georg, Geschäftsführer Jürgen Geißinger und der Schaeffler-Berater Rolf Koerfer. Anwalt Koerfer ist mittlerweile Conti-Aufsichtsratschef.

Schaeffler argumentiert allerdings, Koerfer könne man nicht als Schaeffler-Vertreter bezeichnen. Mit dem Einzug Rosenfelds habe Schaeffler nun vier eigene Vertreter im Conti-Kontrollgremium. Der Unternehmenssprecher betonte, die Investorenvereinbarung zwischen Conti und Schaeffler werde nicht gebrochen.

dpa

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