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Dieselaffäre Mehrere Continental-Standorte durchsucht

| Autor / Redakteur: dpa / Thomas Günnel

Die Dieselaffäre, für die Volkswagen in Deutschland 750 Millionen Euro Schadensersatz bereitstellt, ist jetzt beim Zulieferer Continental angekommen.

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Polizei und Staatsanwaltschaft haben verschiedene Standorte des Automobilzulieferers Continental durchsucht.
Polizei und Staatsanwaltschaft haben verschiedene Standorte des Automobilzulieferers Continental durchsucht.
(Bild: Marcus Prell/Continental)

Staatsanwaltschaft und Polizei haben am Mittwoch (1. Juli) verschiedene Standorte des Automobilzulieferers Continental und Volkswagen durchsucht. Dies stehe im Zusammenhang mit Ermittlungen zu von VW genutzten Abschaltsystemen in der Abgasreinigung eines Dieselmotors, teilte das Unternehmen in Hannover mit. Zuvor hatte die „Wirtschaftswoche“ darüber berichtet. Nach Conti-Angaben wurden die Ermittler unter anderem in Hannover, Frankfurt und Regensburg vorstellig. Man arbeite „vollumfänglich mit den Behörden“ zusammen, betonte das Unternehmen.

Wie die Strafverfolger nach der Durchsuchung mehrerer Standorte mitteilten, geht es bei den Vorwürfen an sieben Ingenieure sowie zwei Projektleiter zudem um mittelbare Falschbeurkundung. „Es handelt sich um einen Ableger des Verfahrens, das die Staatsanwaltschaft Braunschweig schon gegen Beschäftigte von Volkswagen führt“, hieß es. Man prüfe, ob Mitarbeiter der früheren Siemens-Autotechnik-Sparte VDO – von Conti 2007 übernommen – möglicherweise den Auftrag für die Motorsteuerung der 1,6-Liter-Ausgabe des späteren Skandal-Dieselmotors EA 189 in dem Wissen annahmen, dass VW damit betrügerische Absichten verfolgen wollte.

Software-Dokumentation beeinflusst?

Es werde auch Hinweisen nachgegangen, dass die Dokumentation der Software entsprechend beeinflusst worden sein soll. Der Anfangsverdacht: Beschäftigte der heutigen Automotive-Sparte von Continental könnten damit „den Wünschen von VW entsprochen“ haben, eine verbotene Abschalteinrichtung herzustellen. Nun müssten die sichergestellten Beweismittel ausgewertet werden: „Wir stehen da noch am Anfang.“

Den Angaben zufolge durchsuchten Polizisten und Staatsanwälte unter anderem den Conti-Hauptsitz in Hannover sowie Büros in Regensburg und Frankfurt. Auch Volkswagen habe in Wolfsburg Unterlagen herausgeben müssen. Zudem seien Standorte einer Ingenieurfirma in Gifhorn und Berlin aufgesucht worden. Continental erklärte dazu: „Wir haben an keinen unserer Kunden Software zum Zweck der Manipulation von Abgastestwerten geliefert.“

Auch Mitsubishi unter Verdacht

Im Januar war auch der japanische Hersteller Mitsubishi unter Verdacht geraten, Dieselkäufer mit illegalen Abschalteinrichtungen betrogen zu haben. Bei einer Razzia in vier Bundesländern durchsuchten Ermittler Geschäftsräume der deutschen Mitsubishi-Niederlassung, einer Tochtergesellschaft und zweier großer Zulieferer. Continental-Mitarbeiter wurden in dem Verfahren als Zeugen geführt.

Die Abgasaffäre bei Volkswagen war im September 2015 aufgeflogen. Der Autohersteller hatte in den USA manipulierte Abgas-Reinigungssysteme in Dieselfahrzeuge eingebaut, die im Testbetrieb deutlich niedrigere Stickoxid-Emission anzeigten, als im tatsächlichen Betrieb auf der Straße entstanden. Später ergab sich die Frage, ob möglicherweise auch Zulieferer in die Täuschungsabsichten eingeweiht waren. Sie bestreiten dies.

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