Rohstoffe für E-Fahrzeuge Mercedes-Benz baut Batterierecycling-Fabrik

Von Andreas Wehner

Südlich von Karlsruhe will der Automobilhersteller im Jahr 2023 eine Pilotfabrik für Batterierecycling in Betrieb nehmen. Mit der dafür gegründeten Tochtergesellschaft arbeiten mehrere spezialisierte Unternehmen zusammen.

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Die Bestandteile eines Lithium-Ionen-Akkus. Mercedes-Benz will diese künftig selbst recyceln.
Die Bestandteile eines Lithium-Ionen-Akkus. Mercedes-Benz will diese künftig selbst recyceln.
(Bild: Primobius GmbH)

Mercedes-Benz will Batterien selber recyceln. Wie der Autobauer am Freitag (11. März) mitteilte, soll dafür am Werk Kuppenheim eine Pilotfabrik entstehen. Sie soll die gesamte Prozesskette des Batterierecyclings abbilden: von der Entwicklung von Logistikkonzepten, über das nachhaltige Recycling der Rohstoffe bis hin zur Reintegration von Rezyklat in die Herstellung neuer Batterien. Grundlage sei ein mechanisch-hydrometallurgische Verfahren. Laut Mitteilung verzichte es vollständig auf energieintensive und materialverbrauchende pyrometallurgische Prozessschritte. Die direkte Integration der Hydrometallurgie in das Gesamtkonzept einer Recyclingfabrik sei dabei in Europa neu.

Anlage soll in zwei Stufen entstehen

Mercedes will die Recyclingfabrik in zwei Stufen aufbauen. Bis 2023 soll zunächst eine Anlage zur mechanischen Zerlegung entstehen. Die Anlagen zur hydrometallurgischen Aufbereitung der Batteriematerialien sollen anschließend in Betrieb gehen. Damit könnten in Kuppenheim künftig alle Schritte von der Zerlegung auf Modullevel über das Zerkleinern und Trocknen bis hin zur Aufbereitung der Materialströme in Batteriequalität abgedeckt werden.

Für das Batterierecycling hat Mercedes eine eigene Tochtergesellschaft gegründet: die Licular GmbH. Sie soll bei der Konzeptionierung und dem Aufbau der Anlagen mit dem Recyclingspezialisten Primobius kooperieren. Das Joint Venture des deutschen Maschinenbauunternehmens SMS Group und des australischen Projekt-Entwicklers Neometals bringe das notwendige technologische Know-how inklusive entsprechender Voruntersuchungen mit, heißt es. Zudem werde das Projekt vom Karlsruher Institut für Technologie und der Technischen Universitäten Clausthal und Berlin wissenschaftlich begleitet.

Zusammenarbeit mit China und den USA

Die Pilotanlage hat eine Jahreskapazität von 2.500 Tonnen. Die gewonnenen Materialien fließen direkt in die Produktion der Batteriemodule für neue Mercedes-EQ Modelle. Mercedes erhofft sich auf Basis der Erkenntnisse der Pilotfabrik mittel- bis langfristig eine Skalierung der Produktionsvolumina. Außerdem will der Hersteller künftig mit Partnern für das Batterierecycling in China und den USA einen geschlossenen Wertstoffkreislauf abbilden.

Nach Unternehmensangaben soll ein zweistelliger Millionenbetrag in Forschung und Entwicklung und den Aufbau der CO2-neutral betriebenen Anlage fließen. Dem Projekt sei zudem im Rahmen des Batterie-Innovationsförderprogramms des Bundeswirtschaftsministeriums eine Förderung in Aussicht gestellt worden.

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