Neue Modelle Mercedes-Benz E-Klasse T-Modell: Platz da!

Autor Christian Otto

Das T-Modell der E-Klasse hat eine Tradition als hochwertiger Lastenesel für Menschen mit Familie – und diese Stärke bleibt beim neuen Modell. Hinzu kommen die vielen Assistenzsysteme und je nach Geldbeutel die Werte eines Sportwagens.

Anbieter zum Thema

Mercedes-Benz hat das neue E-Klasse T-Modell vorgestellt. Der Lastesel hat jede Menge Platz – und als AMG-Version mehr als genug Leistung.
Mercedes-Benz hat das neue E-Klasse T-Modell vorgestellt. Der Lastesel hat jede Menge Platz – und als AMG-Version mehr als genug Leistung.
(Bild: Daimler)

Mercedes-Benz hat in dieser Woche nicht nur die Tennisprominenz um Roger Federer zum gleichnamigen Cup nach Stuttgart geladen, sondern am 6.Juni auch die Presse. Der Grund: Das T-Modell der neuen E-Klasse feierte Weltpremiere. Neben der „zivilen“ Variante zeigte der OEM auch die Performance-Version AMG E 43 4Matic. Doch bevor Ola Källenius, Vertriebsvorstand Mercedes Benz Cars, und der Markenbotschafter Federer die Fahrzeuge enthüllten, referierte der Manager über die Stärken des Produkts. Wesentlich bleibe weiterhin das große Platzangebot. So gehöre das T-Modell mit einem Ladevolumen von bis zu 1.820 Litern zur Spitze des Segments. „Hier würde eine Europalette problemlos Platz finden.“, sagte Källenius. Außerdem biete der Kombi trotz der deutlich sportlicheren Dachlinie viel Kopf-und Ellbogenfreiheit im Fond. Neu ist auch die serienmäßige Cargo-Funktion der Rücksitzbank: Die Lehne lässt sich um rund zehn Grad steiler stellen – das bringe weitere 30 Liter Volumen, bei trotzdem voller Nutzbarkeit als Fünfsitzer. Flexibilität soll auch die Rücksitzlehne bringen, die im Verhältnis 40:20:40 teilbar ist. Der dreifache Familienvater Källenius ergänzte, dass es ab Ende 2016 zudem eine T-Modell-Variante mit einer dritten, herausklappbaren Sitzbank für Kinder geben werde.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 7 Bildern

Ein Zugpferd

Dass der große Mercedes-Kombi weiterhin als Lastesel taugen soll, zeigt die weiterhin nutzbare Niveauregulierung über die serienmäßige Luftfederung an der Hinterachse. Sie sorgt selbst bei voller Zuladung (bis zu 745 kg) oder bei Anhängerbetrieb (bis zu 2.100 kg) dafür, dass das T-Modell immer in der Waagerechten bleibt. Aufpreispflichtig ist die so genannte Air Body Control, dann ist das gesamte Fahrzeug luftgefedert. Als Weltneuheit bezeichnet Daimler die Aufnahme für Fahrradträger. Die automatisch ausfahrbare Anhängerkupplung besitzt hierzu am Kugelhals zwei zusätzliche Bolzen, auf die ein passender Fahrradträger passt. Eine Traglast von 100 kg und bis zu vier Fahrräder sind dort fixierbar.

Assistenten für jede Situation

Neben der Größe und dem Praxiswert trage die Kombi-Variante zudem alle technischen Neuerungen der Limousine in sich, die Källenius als „intelligenteste Business-Limousine der Welt“ bezeichnete. Serienmäßig ist der aktive Bremsassistent. Er kann den Fahrer vor drohenden Kollisionen warnen, ihn bei Notbremsungen unterstützen und notfalls auch autonom bremsen. Weitere Helferlein sind der Drive Pilot, der als Abstands-Pilot Distronic nicht nur auf allen Straßentypen automatisch den korrekten Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen halten kann, sondern ihnen auch erstmals im Geschwindigkeitsbereich bis 210 km/h folgen kann. Ebenfalls neu und aus der Limousine bekannt ist der Remote Park-Pilot: Dieses System erlaubt es erstmals, das Fahrzeug von außen via Smartphone-App in Garagen und Parklücken ein- und auszuparken.

Größe, die man sieht

Nach den theoretischen Ausführungen folgte der Blick unter die Abdeckungen. Bis zur B-Säule überraschte dabei nichts, ist es doch der gleiche Auftritt wie bei der Limousine. Das Dach wirkt sehr langgezogen und fällt in ein Kombi-Heck ab, dessen Design eine vergrößerte Variante des C-Klasse-Modells darstellt. Wie beim kleinen Bruder schließt auch diese Kombi-Version sportlich ab, wirkt von den Proportionen aber ausgewogener. Eine breite, funktionale Heckklappe wird durch einen Dachspoiler abgerundet. Der Radstand ist sehr lang und große Räder lassen das Fahrzeug trotz der Ausrichtung als Familienfahrzeug sehr dynamisch wirken. Auch das T-Modell folgt dem Designtrend hin zu schmaleren Seitenscheiben, was das Fahrzeug nochmals optisch streckt.

Wie bei der Limousine folgt die breite Front der vom Kunden gewählten Design- und Ausstattungslinie – wählbar sind Exclusive, Avantgarde und AMG Line. Letztere hat den Zentralstern im Kühlergrill. Ebenso unterscheiden sich die Linien am Heck: Das Basismodell trägt einen Heckstoßfänger mit schwarzem Einsatz in Diffusor-Optik, die Abgasanlage besitzt nicht sichtbare Endrohre. Alle Designvarianten haben einen mehrteiligen Heckstoßfänger mit einem durchgehenden, so genannten Chrom-Wing. Serienmäßig bei allen T-Modell-Versionen ist der Ladekantenschutz aus Edelstahl.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 7 Bildern

Edler Praktiker

Auch innen folgt das T-Modell dem Design der Limousine. Die Armaturentafel dominieren auf Wunsch zwei breite, hochauflösende Displays mit jeweils 12,3 Zoll Bilddiagonale. Unter einem gemeinsamen Deckglas bilden sie ein Widescreen-Cockpit. Die vollständig digitale Anzeige kann der Fahrer nach den für ihn relevanten Informationen und Ansichten konfigurieren und aus drei verschiedenen Stilen selbst wählen: „Classic“, „Sport“ und „Progressive“. Auch der Kombi hat die berührungssensitiven „Touch Controls“ im Lenkrad, womit sich das Kombiinstrument und das Multimediasystem per Finger-Wischbewegungen steuern lassen. Die verbauten Materialien wirken beim ersten Platznehmen durchweg hochwertig: Ob offenporige Hölzer oder ein neuartiges Metallgewebe – alles wirkt sehr ansprechend. Und wer es innen farbig möchte kann bei der erweiterten Ambientebeleuchtung auf 64 individuell einstellbare Farben zurückgreifen.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Genaue Verbrauchswerte

Auch die Sitze schmiegen sich bequem an den Körper. Ihre Langstreckentauglichkeit gilt es noch zu testen. Allerdings war das immer eine Stärke des Modells. Neu im Segment ist laut Daimler ein Wärme-Komfortpaket mit beheizten Armauflagen in der Tür und der Mittelkonsole und der schnell ansprechenden „Sitzheizung Plus“. Zum Marktstart stehen für den neuen Kombi die Modelle E 200 mit Vierzylinder-Benzinmotor (135 kW/184 PS) und E 220 d (143 kW/194 PS) sowie der E 250 mit 155 kW (211 PS) und einem Drehmoment von 350 Newtonmeter zur Verfügung. Der E 220 d hat einen völlig neu entwickelten Vierzylinder-Dieselmotor, der nur 4,2 Liter auf 100 km verbrauchen soll. Daimler-Vorstand Källenius betont vor dem Hintergrund der immer größer werdenden Diesel-Affäre, dass man hier mit diesem Motor liefert, was man angibt: „Wir sagen es nicht nur, sondern haben es bei realen Tests auf der Straße gemessen.“

Schneller AMG-Transporter

Im vierten Quartal 2016 folgen der E 200 d mit 110 kW (150 PS), der E 350 d mit Sechszylinder-Diesel sowie der E 400 4Matic, dessen Sechszylinder-Benzinmotor 245 kW (333 PS) leisten und über ein Drehmoment von 480 Newtonmeter verfügen soll. Alle Modelle sind bei der Markteinführung mit dem neuen Neungang-Automatikgetriebe 9G Tronic ausgerüstet. Die erste Performance-Version des T-Modells durfte Tennis-Legende Roger Federer vorstellen. Der AMG E 43 4Matic T-Modell hat mit dem 295 kW (401 PS) starken 3.0-Liter V6 Biturbomotor das Mehr an Leistung für den gutbetuchten Kunden. Der Antrieb ist ebenfalls an die 9G Tronic gekoppelt, allerdings sollen verkürzte Schaltzeiten, der Allradantrieb AMG Performance 4Matic und ein Sportfahrwerk mehr Fahrdynamik und Agilität bringen. Sportlich ambitionierte Väter dürften begeistert sein.

(ID:44095411)