Portfolio Mercedes-Benz: Mit Luxusmodellen wachsen

Quelle: dpa/sp-x

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Der Ort ist Programm: An der Côte d'Azur präsentiert Mercedes-Chef Källenius seine Luxusstrategie. „Klasse statt Masse“ lautet das Motto. Dennoch bleiben Fragen offen – vor allem nach der langfristigen Zukunft der kleineren Baureihen.

Mercedes will vor allem mit Luxusautos wachsen, wie dem Maybach S680.
Mercedes will vor allem mit Luxusautos wachsen, wie dem Maybach S680.
(Bild: © Mercedes-Benz AG)

Mercedes will vor allem mit teuren Luxusautos wachsen und damit besser verdienen. „Wir sind ein Luxusunternehmen“, sagte Vorstandsvorsitzender Ola Källenius am Donnerstag (19. Mai) bei einer Investorenkonferenz im französischen Ort Roquebrune-Cap-Martin am Mittelmeer. Mit der Neuausrichtung würden auch Jobs abgesichert.

Källenius rechnet damit, dass die Zahl reicher Menschen in der Welt steigt. Deshalb gebe es Chancen, mehr Luxusautos zu verkaufen. Vor allem in China seien die Aussichten dank eines wachsenden Lebensstandards größerer Bevölkerungsschichten gut.

Der Konzern hatte zuletzt vor allem wegen des Mangels an Halbleitern weniger Autos verkauft, aber dennoch besser verdient. Die hohe Nachfrage bei gleichzeitig eingeschränkter Verfügbarkeit führt seit schon einiger Zeit zu höheren Preisen. Zudem konzentriert sich Mercedes – wie auch andere Hersteller – schon jetzt wegen der begrenzten Ressourcen vor allem auf die margenträchtigeren großen Modelle.

Drei Produktkategorien

Das soll künftig zur Strategie werden. Die Pkw-Palette will Mercedes künftig in drei Kategorien aufteilen. In der „Top-End Luxury“-Gruppe findet sich neben der S-Klasse und den veredelten Maybach-Modellen auch der über die Jahre zum Luxus-Offroader gewachsene Geländewagen der G-Klasse. Der soll Mitte des Jahrzehnts elektrisch werden und möglicherweise auch einen Ableger erhalten. Zur Spitze der Produktpalette zählen aber auch die sportlichen AMG-Modelle, die ebenfalls den Weg Richtung E-Antrieb gehen. In den nächsten Jahren sollen mehr als 75 Prozent des Entwicklungs-Budgets in diese Fahrzeuge fließen. Der Absatzanteil soll auf 60 Prozent wachsen.

Als weitere Säule im Highend-Bereich sieht Mercedes spezielle Sondermodelle. Die sollen nicht wie bei anderen Marken den Absatz ankurbeln, sondern als Sammlerstücke und Leuchtturm-Autos dienen. Einige besonders exklusive Modelle werden in einer „Mythos Serie“ aufgelegt, die stark limitiert sein und sich an besonders treue Kunden wenden soll.

Unterhalb der „Top End“-Ebene zieht Mercedes die „Core Luxury“-Etage ein. Dort finden sich die Modelle der C- und E-Klasse sowie ihre aktuellen und künftigen Elektro-Ableger. Auch ein spezielles E-Modell für den chinesischen Markt kündigte der Autobauer an.

Als Einstieg in die Mercedes-Welt sollen die „Entry Luxury“-Fahrzeuge dienen, zu denen die Nachfolger der aktuellen A- und B-Klasse zählen dürften. Die Kompaktmodelle sollen dank aufwendigerer Technik deutlich höher positioniert werden als ihre Vorgänger und werden somit teurer. Die Zahl der Karosserievarianten bei den Kompaktmodellen sinkt von derzeit sieben auf vier.

Keine Antwort zur Zukunft der Kompaktbaureihen

Auf die Frage, ob diese Strategie auf Dauer das Aus für Baureihen wie die A-und B-Klasse bedeute, gab es keine explizite Antwort. „Ich überlasse den Rest Ihrer Vorstellungskraft“, sagte Källenius. In den Medien wird schon länger über ein mögliches Ende der beiden Klassen spekuliert.

Insgesamt will Mercedes die Komplexität seiner Produktpalette verringern und die Zahl der Ausstattungsvarianten reduzieren, um Kosten zu sparen und eine schnellere Verfügbarkeit zu gewährleisten. Ziel ist zudem eine höhere Profitabilität in einem zunehmend schwierigen Markt. Mercedes strebt bis Mitte des Jahrzehnts eine Umsatzrendite von 14 Prozent an.

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