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Scheinwerfer Mercedes bringt neue LED-Generation

Autor / Redakteur: sp-x / Gerd Steiler

Xenon, LED, Laser: Bei den Scheinwerfern galoppiert der Fortschritt. Mit einer neuen LED-Generation will Mercedes Anschluss an Audi und BMW finden.

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„Multibeam“-Licht made by Mercedes: Nach dem Motto „Besser sehen ohne zu blenden“ sorgen bis zu 84 LEDs pro Scheinwerfer für eine optimale Straßenausleuchtung.
„Multibeam“-Licht made by Mercedes: Nach dem Motto „Besser sehen ohne zu blenden“ sorgen bis zu 84 LEDs pro Scheinwerfer für eine optimale Straßenausleuchtung.
(Foto: Daimler)

Mercedes will sein Licht nicht länger unter den Scheffel stellen. Die Schwaben sind es offenbar leid, dass ihnen Audi und BMW bei der Scheinwerfertechnologie in den letzten Jahren meilenweit davon gefahren sind. Schließlich ist die Fahrzeugbeleuchtung mittlerweile zu einem wichtigen Differenzierungsmerkmal geworden und die Leuchtweite wird fast so hoch gehandelt wie früher die Zeit für den Sprint von 0 auf 100 km/h.

Dabei kommt es auf die reine Leuchtweite gar nicht an, schimpft Mercedes-Entwickler Gunter Fischer, der als Leiter der Karosserieentwicklung auch die Scheinwerfertechnik verantwortet. Denn erstens sei dieser Wert nicht technisch, sondern juristisch auf etwa 650 Meter limitiert. Und zweitens gäbe es zumindest in unseren Breiten kaum eine Gelegenheit, überhaupt so eine riesige Lichtkeule zu schwingen: „Wo hat man schon mal eine 650 Meter lange Gerade ohne Vordermann oder Gegenverkehr“, fragt Fischer und schiebt die Antwort gleich hinterher: „Wir rechnen bei Nachtfahrten in Europa mit einem niedrigen einstelligen Prozentwert an Nutzungsmöglichkeiten.“

Bei Scheinwerfern ist aktuell ein Kampf um die Technik-Vorherrschaft im Gange.
Bei Scheinwerfern ist aktuell ein Kampf um die Technik-Vorherrschaft im Gange.
(Foto: Daimler)

Neues Power-Fernlicht

Zwar räumen die Schwaben vor diesem Hintergrund selbst Zweifel an der Sinnhaftigkeit solcher Systeme, den hohen Entwicklungsinvestitionen und erheblichen Kundenaufpreisen ein. Doch beugen sie sich trotzdem dem Wettbewerbsdruck und kündigen jetzt als Antwort auf die Laser-Lanzen von BMW i8 und Audi R8 für das nächste Jahr – vermutlich in der Neuauflage der E-Klasse – ebenfalls ein Power-Fernlicht an. Allerdings nutzen sie dafür LED statt Laser und können so zumindest Konstruktions- und Kostenaufwand ein wenig begrenzen. Und eine breitere Lichtverteilung erreichen sie damit ebenfalls. „Wir zeigen nicht nur den Hasen, der in 650 Metern auf der Straße sitzt. Bei uns sieht man dann auch das Reh am Straßenrand“, sagt Fischer.

„Es zählt die Lichtverteilung“

Während Mercedes in der Ferne nur mit der Konkurrenz gleichzieht, wollen die Stuttgarter in einer anderen Disziplin neue Maßstäbe setzen. Denn es kommt nicht darauf an, wie viel Licht man auf die Straße bringt und wie weit die Scheinwerfer leuchten, sagt Fischer: „Was wirklich zählt ist die Lichtverteilung“. Denn je feiner die Strahlen gesteuert und gestreut werden, desto besser lässt sich das Sichtfeld aufhellen. Und zwar auch dann, wenn andere Verkehrsteilnehmer den Einsatz des Fernlichts eigentlich verbieten. „Besser sehen ohne zu blenden“, nennt Fischer als Ziel, für das er neben hochauflösenden Kameras zur Situationserkennung vor allem hoch auflösenden Scheinwerfer benötigt.

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