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Michelin will 40-Stunden-Woche Michelin schraubt an der Arbeitszeit

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Der Reifenkonzern will in seinen fünf deutschen Produktionsstätten die 40-Stunden-Woche einführen. Im Gegenzug soll es Standortgarantien geben.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Der Reifenkonzern Michelin will in seinen fünf deutschen Produktionsstätten die Arbeitszeit von 37,5 auf 40 Stunden in der Woche erhöhen. Die Arbeitszeit soll für die 5.750 Mitarbeiter ohne Lohnausgleich ausgeweitet werden. Im Gegenzug wolle Michelin eine Standortgarantie über mehrere Jahre abgeben. "Wir haben dem Betriebsrat einen Zukunftspakt vorgeschlagen", sagte Michelin- Sprecher Thomas Becki am Freitag und bestätigte entsprechende Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Nach Angaben der Zeitung sollen die Verhandlungen im November beginnen, im Frühjahr 2007 soll das Ergebnis stehen. "Der Druck von Wettbewerb und Kunden ist enorm. Wir können nicht länger warten und brauchen einen Zukunftspakt", wird Michelin-Deutschland-Direktor Jürgen Eitel zitiert. Der Schritt werde auch zu Personalabbau führen, der aber durch das reguläre Ausscheiden von Mitarbeitern aufgefangen werden könne.

"Anders als die Pkw-Preise liegen die Preise für Pkw-Reifen in Deutschland um rund fünf Prozent unter dem europäischen Durchschnitt", erklärte das Unternehmen. Kostennachteile des Standorts seien in der Vergangenheit "sozial verträglich korrigiert" worden. Der vorgeschlagene Pakt mit Belegschaft und Gewerkschaft solle eine klare Perspektive für den Erhalt der Reifenproduktion in Deutschland geben. Es gebe grünes Licht für ein Investitionsvolumen von 200 Millionen Euro, falls die Produktivität bis zum Jahr 2010 um 30 Prozent zulege und die Kosten weiter gesenkt werden können.

Der Michelin-Betriebsrat erklärte sich zu Gesprächen bereit, stellte aber auch Bedingungen. "Wir fordern Investitionszusagen und eine Standort- sowie eine Volumengarantie für die Auslastung der Werke", sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Dieter Wegel der dpa. Das Unternehmen habe schon seit längerem keinen Hehl daraus gemacht, das es Fortschritte bei der Produktivität geben müsse. "Es wird aber keinen direkten Arbeitsplatzabbau geben", sagte Wegel weiter. In Karlsruhe sind neben der Reifenfertigung auch der Stammsitz der deutschen Michelin Reifenwerke AG & Co. KGaA sowie Vertriebszentrale und Konzernbereiche für Deutschland, Österreich und die Schweiz angesiedelt.

Zu Michelin gehören in Deutschland zudem Werke im saarländischen Homburg, in Bad Kreuznach, Hallstadt (bei Bamberg) und Trier.