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Nissan Micra: Ideal für Megacity und Kreisstadt

| Autor / Redakteur: Alexandra Felts/SP-X / Andreas Wehner

Die vierte Generation des Bonsai-Japaners hat den Anspruch, ein urbanes Minimobil für die globalisierten Märkte zu sein. Ende November kommt der Nissan Micra nach Deutschland.

Nicht erst seit die UNO festgestellt hat, dass weltweit erstmals mehr Menschen in Städten als auf dem Land leben, baut Nissan den Kleinwagen Micra. Vielmehr flitzt er schon seit 27 Jahren über die Straßen, mehr als fünfeinhalb millionenfach verkauft, erschwinglich und genügsam, und hat sich in den knapp drei Jahrzehnten gegen wachsende Konkurrenz wacker behaupten können.

Jetzt wurde die vierte Generation des Bonsai-Japaners vorgestellt, der den Anspruch hat, ein urbanes Minimobil für die globalisierten Märkte zu sein – ganz gleich ob in der Megacity oder in der Kreisstadt. Schließlich wird der Weltenbummler Micra in über 160 Ländern unterwegs sein. In Deutschland ist der Fünftürer ab Ende November zu einem Einstiegspreis von 10.740 Euro für die Basisversion Visia erhältlich. Damit fällt er 480 Euro günstiger aus als der dreitürige Vorgänger.

Für das neue Modell hat sich Nissan nicht nur bei Design und Ausstattung besonders viel vorgenommen. Dank Leichtbauweise ist der komplett neu aufgebaute Micra nicht nur gegenüber seinem Vorgänger um 35 Kilogramm leichter, sein 1,2-Liter-Benziner entlockt den drei Zylindern auch 59 kW/80 PS und erreicht damit das Leistungsvolumen des früheren 1,5-Liter-Aggregats. Das Prinzip Downsizing bestimmt jetzt auch die kompakteren Außenmaße, die in verkehrsintensiven Städten und bei der Parkplatzhatz nur Vorteile bringen können.

Bei der globalen Vorgabe, überall und für alle attraktiv zu sein, mussten die Designer den Micra IV massentauglich gestalten. Eben ein Allerweltsauto, das weitestgehend auf individuelle Züge verzichten. Obwohl ein Volumenmodell, hätte ihm ein kühner Hauch von Juke oder Cube – den anderen Nissan-Premieren dieses Jahres - nicht geschadet. Geblieben ist die typische runde Bogenlinie über den Fenstern.

Neu ist die markantere Frontpartie mit zwei klar definierten Kühlerelementen. Außerdem wurden die vorderen Kotflügelkanten höher gezogen, um ein exakteres Anpeilen der vorderen Fahrzeugecken zu ermöglichen (was aber nur einem Sitzriesen wirklich gelingen mag). Auch Dachlinie und Abrisskante am Heck wurden neu gezeichnet, um die Aerodynamik zu verbessern.

Der Micra hat zwar ein paar Millimeter in der Höhe abgenommen, trotzdem sitzt man auch hinten vergleichsweise komfortabel. Mit einem Kofferraum, der von 265 Liter bis auf 1.132 Liter bei umgeklappter, geteilter Rückbank anwächst, schafft der City-Flitzer zumindest studentische Umzüge. Die Räder sind um 2 Zentimeter nach außen gerückt, so wirkt das knapp 3,80 Meter lange Fahrzeug mit dem gewohnt freundlichen Gesicht dennoch kompakter als früher.

Außen David, innen kleiner Goliath, das Interieur des neuen Micra ist für seine Klasse geräumig und übersichtlich. Die Oberflächen-Qualität wurde verbessert. Erfreulich unverspielte Rundinstrumente belegen die Einsicht, dass die Kunden dieses Segments nicht unbedingt Wert auf Comic-Design legen. Und das man bei Nissan auf Nummer sicher geht.

Passend zur Ausstrahlung ist auch der Vortrieb des neuen Micra international tauglich, wenngleich ein wenig Pfeffer fehlt. Bei der Vorstellung gab es erste Fahreindrücke mit dem neuen 1,2-Liter-Benziner. Obwohl leichter, beschleunigt das Aggregat des Fronttrieblers nicht so locker wie erwartet, aber da seine Domäne die Stadt sein soll, genügt es trotzdem jedem urbanen Ampel-Stresstest. Das Fünfganggetriebe schaltet flüssig, der Motor läuft ruhig und entwickelt erst bei höheren Geschwindigkeiten ab 90 km/h deutliche Geräusche. Fahrspaß gehört ebenso wenig zum internationalen Anspruch des Micra wie ein ausgesprochen sinnliches Ambiente.

Anfang 2011 wird der 1,2-Liter auch in einer Kompressorversion erhältlich sein. Der Direkteinspritzer mit Stopp-Start-System wird 18 PS mehr leisten und soll laut Nissan die CO2-Emissionen um 20 Gramm auf 95 g/km senken sowie statt 4,8 nur mehr 4,0 Liter verbrauchen.

In Sachen Sicherheit erfüllt der Micra IV zeitgemäße Forderungen. Er schützt seine Insassen mit einer Knautschzone am Bug, die für Europa gefertigten Modelle werden außerdem mit Front-, Seiten- und Kopfairbags geliefert sowie mit Sicherheitsgurten mit Gurtstraffern für die Vordersitze. Neben ABS ist ein ESP ebenfalls serienmäßig.

Obwohl Micra & Co mit Alltagstauglichkeit, Sparsamkeit und günstigem Unterhalt überzeugen müssen, zählt im Segment der kleinen, erschwinglichen Stadtwagen zunehmend auch eine innovative Ausstattung, fast immer natürlich gegen Aufpreis. Beim neuen kleinen Nissan ist das neben Navigation, Glasdach, Regen- und Lichtsensor eine neuartige Einparkhilfe, die ab der Acenta-Ausführung den zur Verfügung stehenden Parkraum nicht nur vermessen kann, sondern dabei dem Fahrer auch drei Schwierigkeitsstufen anbietet: „Anfänger“, „Normal“ und „Experte“. Einübung in die globale Kunst, die maßgeschneiderte Lücke zu finden.

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