Suchen

Konnektivität Microsoft baut vernetzten Ford Mustang

| Autor / Redakteur: Michael Ziegler / Thomas Günnel

Das Open Source-Projekt von Microsoft soll Entwickler motivieren, neue und kreative Ansätze für den zukünftigen Einsatz moderner IT in der Fahrzeugindividualisierung zu finden. Das Ergebnis ist das Konzeptfahrzeug „Micro-Stang“, eine Symbiose aus einem Ford Mustang und moderner Informations- und Entertainment-Technologie.

Firmen zum Thema

Wenn IT und Fahrzeugkult aufeinandertreffen: Der „Micro-Stang“.
Wenn IT und Fahrzeugkult aufeinandertreffen: Der „Micro-Stang“.
( Foto: Microsoft )

Was passiert, wenn Liebhaber-Fahrzeuge mit neuesten IT-Technologien zusammentreffen? Mit diesem Thema befasst sich Microsoft in ihrem „Project Detroit“ und zeigt gemeinsam mit den Autoexperten der „West Coast Customs“, was mit Microsoft-Produkten wie Windows 8, Windows Phone, Windows Azure, der Xbox 360, Kinect oder Bing alles möglich ist.

Microsoft hat in Zusammenarbeit mit Ryan Friedlinghaus, einem Automobildesigner aus Kalifornien und bekannt durch die amerikanischen TV-Shows „Inside West Coast Customs“ und „Pimp my Ride“, das „Project Detroit“ umgesetzt. Das Ziel war es, ein Konzeptfahrzeug zu kreieren, das Entwicklern aufzeigt, welche Konnektivitäts-Szenarien mit aktuellen-Technologien möglich sind. Somit dient das Projekt als Inspirationsquelle für Applikationen und Automobiltechnologien der Zukunft. Ausgangsbasis für das Team um Friedlinghaus war ein Ford Mustang 2012, der mit einem 1967 Mustang Fastback Body-Replikat nachgerüstet wurde. Zudem wurde der Mustang mit aktuellen Produkten und Entwicklungen von Microsoft und seiner Forschungsabteilung ausgestattet.

Remote-Steuerung mit dem Smartphone

Der „Micro-Stang“ richtet sich gleichermaßen an Autofans und Technikfreaks. Um sicherzustellen, dass der Mustang immer online und mit der ?Cloud? verbunden ist, besitzt das Fahrzeug eine permanente Anbindung an das mobile 4G-Drahtlosnetzwerk. Mit der sogenannten Viper SmartStart App für das Windows Phone erhält der Besitzer des amerikanischen Gadget-Boliden auch außerhalb des Fahrzeugs jederzeit die vollständige Kontrolle. Über die Applikation lässt sich der Mustang orten, ferngesteuert starten, verriegeln und öffnen.

Neben der SmartStart Funktion kommuniziert das Muscle-Car dank der ständigen Verbindung zum Internet mit verschiedenen Cloud-Diensten. Sie ermöglichen es, Telemetriedaten des Fahrzeugs wie Geschwindigkeit, Position, Drehzahl und Kraftstoffverbrauch in Echtzeit anzeigen und auswerten zu lassen.

In der vorderen und hinteren Stoßstange des Wagens sind Kameras eingelassen. Durch die Tiefensensorik der Kamera hat man einen besseren Überblick über die Lage im Verkehr und während des Einparkvorgangs. Ein besonderes Highlight: Die Kameras senden über das Drahtlosnetzwerk auf Wunsch einen Video-Live Feed auf ein mobiles oder stationäres Device des Besitzers. Wer sein Gadget-Auto nur ungern alleine stehen lässt, kann sich daher jederzeit vergewissern, dass es dem Boliden auch gut geht. Treten Neugierige dem Auto zu nahe, kann man sie höflich aber bestimmt aus der Ferne über das Smartphone auffordern, sich wieder zu entfernen. Über das externe Audiosystem lassen sich neben den Live-Anrufen auch Audio-Dateien direkt von dem Smartphone abspielen.

Windows 8 im Armaturenbrett

Mit einem Head-up Display (HUD) auf Fahrer- und Beifahrerseite werden alle wichtigen Informationen direkt auf die Windschutzscheibe projiziert. Während der Beifahrer die Oberfläche zum Spielen oder Surfen nutzen kann, werden dem Fahrer Telemetrie oder Navigationsinformationen mittels eines Online-Kartendienstes in seinem unmittelbaren Sichtfeld angezeigt, ohne dass er den Blick von der Straße wenden muss.

Bei der Geschwindigkeits- und Drehzahlanzeige kann zwischen verschiedenen Designs gewählt werden: Das Dashboard kann den Stil des 1967er oder 2012er Mustangs nachahmen oder kommt im Metro-Design daher, das sich mittels Touch-Funktionalität konfigurieren lassen. Der Bereich auf der Beifahrerseite dient dagegen eher der Unterhaltung des Co-Piloten. Dieser kann unter anderem das anpassbare Displaysystem der Heckscheibe kontrollieren. Dort lassen sich Videos abspielen, Bilder zeigen oder den anderen Verkehrsteilnehmern benutzerdefinierte Nachrichten senden.

Aktuelle Verkehrsinformationen, Hands-free Kommunikation und Voice-Control-Anwendungen sind Bestandteil des Standard Ford SYNC-Systems, das im Detroit Projekt bereits verfügbar ist. So können die Musikanlage, Telefongespräche oder Umgebungsinformationen mit Sprachkommandos abgerufen werden.

Mobiles Entertainment im Großformat

Das Herzstück des Entertainment-Systems besteht aus einer Xbox 360. Neben der Möglichkeit über das Head-up Display im Inneren des Wagens zu spielen, bietet sich eine weitere Wiedergabeoption, wenn der Wagen abgestellt wird. Das anpassbare Display in der Heckscheibe dient dann als Projektionsfläche und macht die großformatige Wiedergabe von Videospielen oder Filmen möglich.

(ID:391679)