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Motorsport

Mini All4Racing: Der Dakar-Sieger

| Autor/ Redakteur: SP-X / Thomas Günnel

Von wegen Lifestyle-Flitzer: Als All4Racing wird der Mini Countryman zu einem ernsthaften Rallye-Rennwagen und die Wüste sein Spielplatz – nicht umsonst hat er in diesem Jahr wieder die legendäre Dakar gewonnen.

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Als All4Racing wird der Mini Countryman zu einem ernsthaften Rallye-Rennwagen – der sogar die Rallye Dakar 2015 gewonnen hat.
Als All4Racing wird der Mini Countryman zu einem ernsthaften Rallye-Rennwagen – der sogar die Rallye Dakar 2015 gewonnen hat.
(Foto: Mini)

Sanfte Dünen soweit das Auge reicht, hier und da eine dörre Palme und dazwischen traben ein paar Gazellen – auf den ersten Blick wirkt die Wüste eine Stunde südlich von Dubai wie eine Oase der Stille. Und es sieht ganz danach aus, als könne nichts und niemand diesen Frieden stören. Bis sich plötzlich die gleißende Sonne hinter einer Wolke aus Sand und Staub verfinstert und der Boden unter den Füßen zu beben beginnt: Showtime für Nasser Al-Attiyah, und der Wüstensohn aus dem Emirat Katar lässt sich nicht lumpen.

Drei Monate, nachdem er mit seinem Mini All4Racing – fast muss man sagen: mal wieder – die legendäre Rallye Dakar gewonnen hat, bittet er zum Cooldown in den heißen Wüstensand und lässt seinen Rennwagen durch die Dünen fliegen, dass einem Angst und Bange wird. Erst recht, wenn man eingespannt wie in einem Schraubstock neben dem Fahrer sitzt und die Welt da draußen nur noch wie aus der Trommel einer Waschmaschine im Vollwaschgang sieht.

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Maxi-Mini

Während der normale Mini Countryman vor allem für den Dschungel der Großstadt gemacht ist, sitzt Nasser in einem Rennwagen, der mit dem Serienmodell nicht viel mehr als die Scheinwerfer, die Türgriffe und das Markenlogo gemein hat: Auf der Plattform eines X3 hat das von Milliardenerbe und BMW-Partner Sven Quandt geführte Team X-Raid zusammen mit BMW und Magna in Graz für jeweils rund 800.000 Euro binnen drei Wochen Handarbeit eine Art Monster-Mini aufgebaut, neben dem der Countryman aussieht wie ein Spielzeug-Auto: 22 Zentimeter länger, 21 Zentimeter breiter und 45 Zentimeter höher als das Original, lässt er jede Kritik am Kuschelkurs der Bayern mit einem Gasstoß verstummen.

Schließlich röhrt hier kein hochgezüchteter Zweiliter-Turbo mit läppischen 218 PS wie im John Cooper Works. Unter der Haube steckt der drei Liter große Sechszylinder-Diesel der M GmbH, der im Rennwagen rund 320 PS leistet und mit bald 800 Newtonmeter zu Werke geht. Selbst wenn die Übersetzung des Renngetriebes bei Vollgas nicht viel mehr als 180 km/h hergibt, ist das ein imposantes Erlebnis – nicht zuletzt, weil der Auspuff direkt unter dem Beifahrer endet und sich die Entwickler nicht um solche Nebensächlichkeiten wie Schallschutznormen kümmern mussten.

Kupplung wechseln in 15 Minuten

Der Mini ist aus Karbon gebacken und hat keinerlei überflüssigen Schnick-Schnack an Bord. Dass der Wagen trotzdem knapp zwei Tonnen wiegt, ist dem Rallye-Reglement geschuldet – und natürlich den bald 300 Litern Sprit im Tank hinter den Sitzen sowie den drei Ersatzrädern, die im Heck und unter dem Wagenboden verstaut sind. Denn auch wenn die Rallyefahrer von einem ganzen Service-Tross begleitet werden und das X-Raid-Team jedes Jahr mit zusammen mehr als 50 Fahrzeugen zur Dakar anreist, müssen die Fahrer auf den Rallye-Stages ihren Wagen selbst wieder flott machen.

„Für einen Reifenwechsel brauchen wir keine fünf Minuten und selbst eine Kupplung tauschen wir in einer Viertelstunde“, erzählt Nasser und zeigt wissend auf die Werkzeugbatterie in der Tür des Copiloten, während er mit einem schelmischen Grinsen dem nächsten Dünenkamm entgegen stürmt, nur um sich danach in ein weiteres Tal zu stürzen und die 25 Zentimeter Federweg des Rallye-Fahrwerks voll auszukosten.

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