Suchen

Leichtbau-Gipfel 2016 Mit dem Baukasten durch den Leichtbaudschungel

Redakteur: Christian Otto

Der Wille zur Gewichtsreduzierung beeinflusst viele Fahrzeugprojekte. Doch welche Leichtbaulösung ist die technisch wie wirtschaftlich richtige. Dafür will Dr. Andreas Rennet von Turnkey Innovations einen Leichtbaukasten als Orientierung bieten.

Firmen zum Thema

Dr. Andreas Rennet stellte seinen Leichtbaukasten-Ansatz vor.
Dr. Andreas Rennet stellte seinen Leichtbaukasten-Ansatz vor.
(Foto: Stefan Bausenwein)

Dr. Andreas Rennet von Turnkey Innovations stellte beim diesjährigen »Automobil Industrie« Leichtbau-Gipfel einen Baukasten-Ansatz vor, der helfen soll, eine Konzept schnell zum gewünschten Ziel zu führen. Dabei orientierte sich der Ansatz an einer beispielhaften Aufgabe: Es galt die richtige Leichtbaustruktur für ein E-Fahrzeug zu finden.

Dr. Rennet wies dabei darauf hin, dass gerade in der Konzeptphase viele Ansätze darunter leiden, dass der „Leichtbaudschungel“ zu viele Optionen bietet. Das bedeutet „Der Druck das Gewicht zu senken hatte eine Lösungsinflation zur Folge“, so Rennet. Folglich stehen nun noch mehr Leichtbau-Werkstoffe, -Technologien und -Konzepte zur Verfügung, die laut dem Branchenkenner jeweils bewertet werden müssen.

Zuerst aufräumen

Er appellierte deshalb: „Es ist Zeit aufzuräumen.“ Bei dieser Ordnung soll nun der von ihm vorgestellte Baukasten helfen. Dazu gilt es Ordnungskriterien zu finden, die aus einer mehrdimensionalen Matrix resultieren.

Das Matrix-Modell betrifft unter anderem die Bauteile, die so typisiert werden können. Dies ist laut Rennet nötig, um mögliche Leichtbauansätze (Technologie, Werkstoffe, Verfahren) zuzuordnen. Aber auch diese Leichtbauansätze müssen typisiert werden. Einen weiteren wichtigen Faktor machte der Manager bei der Verbindungstechnik aus: „Sie ist beim Leichtbau wesentlicher Faktor der Realisierbarkeit“, weshalb er für seinen Leichtbaukasten die unterschiedlichen Verbindungstechniken als Matrix den verschiedenen Materialien zuordnet.

Leichtbaumatrix notwendig

Zuletzt gilt es nach dem Baukasten-Prinzip die Verfahren zu beschreiben, um die Kosten richtig bewerten zu können. Den nächsten Schritt markiert dann die Verbindung von Strukturdefinitionen über strukturierte Stücklisten mit dem Businessmodell. „Daraus resultiert dann eine Bewertungsmatrix“, so Rennet.

Im Ergebnis entsteht eine Leichtbaumatrix. „Diese kann vereinfacht dargestellt über die Applikation, also über das geplante Leichtbaufahrzeug gelegt werden. So kann je nach Lage, Konzept und Rahmenbedingungen ein Materialmix vordefiniert werden.“ führte Dr. Rennet aus.

Informieren, helfen, bewerten

Der so entstandene Leichtbaukasten könne unterschiedliche Möglichkeiten der Nutzung bieten: ob als Wissensbasis, Helfer in der Konzeptphase oder Bewertungstool. Die Verwendung kann sich laut dem Berater über unterschiedliche Phasen in der frühen Konzeptphase erstrecken.

Es gelte das Optimum auszuwählen, sagte Rennet und ergänzte: „Durch den Leichtbaukasten erfolgt eine Mehrdimensionale Betrachtung der Lösungsansätze. Neben des Verhältnisses Gewicht zu Kosten können damit auch Randbedingungen geprüft werden.“

Validierung in der Praxis

Der von Dr. Rennet vorgestellte Leichtbaukasten ist also eine Wissensbasis zur Bewertung des möglichen Einsatzes unterschiedlicher Leichtbauszenarien, der in der Konzeptphase angewendet werden soll. Verschieden Lösungen sind dabei parallel betrachtbar und wirtschaftlich prüfbar.

„Derzeit werde der Leichtbaukasten in einer Tool-Umgebung überführt, um eine leichte Bedienung zu ermöglichen“, erklärte Dr. Andreas Rennet ausblickend. Weitere Leichtbaukonzepte werden demnach kontinuierlich eingepflegt. Rennet geht davon aus, dass der Kasten in Kürze in einem ersten realen Projekt oder im Rahmen eines Forschungsprojektes seine Validierung erfährt.

(ID:43956912)