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Opel Insignia Mit Premium-Aufschlag

| Redakteur: Peter Eck / Wolfram Nickel

Größer und schwerer: Der Opel Insignia setzt auf Ausstattung und Technik, um sich vom Vectra abzusetzen und neue Kunden zu gewinnen. Dabei wächst er um 22 Zentimeter in die Länge und legt rund 100 Kilogramm Gewicht zu.

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Das Opel-Image hat in den letzten zwei Jahrzehnten deutliche Kratzer bekommen. Früher stand die Marke für erschwingliche Autos in allen Klassen, vom Kleinwagen bis zur Oberklasselimousine. Mit KAD-Baureihe und dem Senator verband sich ein Hauch von Glanz und Größe. Bis die Marke das verlor, wofür sie weltweit geschätzt wurde: Qualität und Zuverlässigkeit. Als dann auch noch Premiumhersteller wie BMW und Audi zusätzlichen Wettbewerbsdruck ausübten, verabschiedeten sich die Rüsselsheimer ganz aus den ertragreichen großen Klassen. Letztes Aufgebot war bis vor wenigen Jahren der Omega, dessen Kunden schließlich an den kleineren Vectra verwiesen wurden.

Jetzt soll der Insignia als „Design- und Qualitätsbotschafter“ die Marke wieder auf Kurs bringen und das Stammwerk in Rüsselsheim langfristig sichern. Er basiert auf der GM „mid-size“-Plattform, einer Weiterentwicklung der Epsilon-Plattform. Sie wird Basis für die neuen Generationen von Saab 9-5, Buick LaCrosse und Chevrolet Malibu. Fast identisch mit dem Insignia ist der kommende Saturn Aura.

Zumindest in Bezug auf Abmessungen und Masse führt der Insignia Opel tatsächlich zur Größe zurückführt. Schon das Einstiegsmodell mit 1,6-Liter-Benzinmotor wiegt rund 1,5 Tonnen. Die Länge ist um 22 auf 483 cm gewachsen. Schon daran wird deutlich: Leichtbau und eine geringe Verkehrsfläche standen im Lastenheft nicht an oberster Stelle. Rund 100 Kilo Mehrgewicht gegenüber dem Vectra schlagen zu Buche.

Jede Menge optischer Gags

Dafür gibt es jede Menge optischer Gags: Markantes Tagfahrlicht nach Audi-Manier, LED-Rückleuchten und eine feuerrot unterlegte Instrumentierung. Hinzu kommen Assistenzsysteme wie die Reifendruckkontrolle, ein automatisches Abblendlicht mit Tunnelerkennung und das adaptives Xenon-Fahrlicht AFL mit Kurvenlicht- und Abbiegelichtfunktion sowie eine elektrische Parkbremse mit Berg-Anfahr-Assistent. Verfügbar sind außerdem ein „FlexRide Premium-Fahrwerk“ mit adaptiver Fahrstilerkennung und eine kameragestützte Verkehrszeichenerkennung.

Der von Saab entwickelte Allradantrieb Adaptive 4x4 ist beim Insignia vorerst nur in Kombination mit den durstigen 220- und 260-PS Benzinern erhältlich. VW bietet den Allradantrieb auch in Kombination mit dem Dieselmotor. Rückstand bei den Getrieben: Ein effizientes DKG ist bei Opel noch in der Entwicklung. Um den Verbrauch zu reduzieren, plant Opel noch einige Varianten mit kleineren Motoren sowie Ethanol- und Erdgasversionen und Start-Stopp-Systeme. Ob das genügt, um in dem heftig umkämpften Segment, das insgesamt auf Schrumpfkurs liegt, Erfolge zu feiern, wird sich zeigen. Jedenfalls folgen ein Caravan und ein zweitüriges Coupé. Der glücklose Signum mit seinem eigenwilligen, fondbetonten Raumkonzept bleibt ohne Nachfolger.

Im Stammwerk Rüsselsheim sorgt der Insignia für Auslastung. Die Kapazitätsgrenze liegt bei 400 000 Einheiten – viel Spielraum also für die anderen Märkte und Marken. Neben dem Opel Insignia soll auch das künftige Schwestermodell Saab 9-5 in dem deutschen GM-Werk gebaut werden. 2014 kommt die zweite Insignia-Generation – dann auf einer vereinheitlichten Plattform, die er mit dem Astra teilt.

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